Band 
[Erster Band.]
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Orte wurden wahrscheinlich im dreyssigjahrigen Kriege plötzlich verlassen. Im Jahre 1816 hatman alle Eisengeräthschaften der vormaligen Arbeiter vor Ort gefunden; die Strecken sind sehrregelmässig' getrieben, und werden dermalen noch benutzt.

Unter diesen Umständen, und hey dem theologischen Zuschnitt der Naturwissenschaft, warenkeine grossen Vorschritte zu erwarten, obgleich in der Mitte des iSten Jahrhunderts ein Pracht-werk erschien, in welchem eine bedeutende Zahl von Versteinerungen auf eine viel vollkomme-nere Art als bisher dargestellt und beschrieben wurden.

Allein so sehr sich auch Valch bemühte, die von Knorr gesammelten und gestochenenAbbildungen zu erläutern: so konnte er dennoch die mangelnde Angabe der Fundorte, diemanchmal unrichtigen Zeichnungen nicht ersetzen 5 die Liueratur der Versteinerungen hat erjedoch ziemlich vollständig aufgeführt. I

Dieses Prachtwerk erreichte seinen Zweck nicht ganz. In der zweyteu Hälfte des i8ten Jahr-hunderts, ungeachtet der Fortschritte in allen Zweigen der Wissenschaften, blieb dieser Theilziemlich verwahrloset; nur in akademischen Abhandlungen findet man Erwähnung einzelnerGegenstände.

Im Anfang des 19teil Jahrhunderts Iiess Faujas de St. Fond in die Annales du Mu-se' um 7 ) einige Blätterabdriicke, die er hey Rochesauve gefunden hatte, und die nicht in dieSteinkohlen-, sondern zu einer spätem Formation gehören, einrücken. Von diesen bestimmte icheinige in der regenshurger botanischen Zeitung. 8 )

Im folgenden Jahr i8o4 erschien das erste, bisher einzige, Heft der Fiera der Vorwelt,Von Firn, von Schlotheim , wo dieser Gegenstand in rein naturhistorischer Hinsicht gewürdi-get wurde. Die Hauptfrage, die hier aufgeworfen wird, bestehet darin; Oh sich die Originalejener Abdrücke, und des grössten Theils der übrigen Versteinerungen noch jetzt in der Naturvorfinden, oder ob sie gar nicht mehr vorhanden, und als untergegangene Arten einer früherenSchöpfung zu betrachten sind. Die Meinung von Jussieu, der in den Memoires delAcade'mie behauptet hatte, dass wir nur die untere Seite der Blätter abgedruckt fänden, unddie hierauf gebaute Theorie, wird gründlich widerlegt.

In den Werken über den Steinkohlenbau werden zwar manchmal die Pflanzenahdrücke er-wähnt, doch nicht in botanischer und geognostischer Hinsicht gehörig gewürdiget.

Morand, in der Kunst auf Steinkohlen zu bauen, B ) hat ihnen ein ganzes Kapitel geweiht,und mehrere abgehildet; wir lernen aber hieraus nicht mehr, als dass in den französischen undlütticher Kohlenwerken die nämlichen Abdrücke gefunden werden, die man in England undDeutschland schon früher angezeigt hatte. t 1 >

Da ich mich eben in Paris befand, als mir diese Schrift von Hrn. von Schlotheim zukam,so benutzte ich die bekannte Liberalität der französischen Gelehrten, die mir mit grosser Gefäl-ligkeit ihre Bibliotheken und Sammlungen zur Durchsicht anboten, und liess eine Nachricht überdie mir analog scheinenden Pflanzen in die Annales du Museum 10 ) einrüeken, in welcher ichmehrere dieser Abdrücke nachzuweisen strebte; schloss aber mit der Vermahnung: dass man sei-ner Einbildungskraft nicht eher freyen Spielraum einräumen dürfe, bevor man nicht eine grössereZahl unbestreitbarer Thatsachen gesammelt haben werde, aus denen sieh die Folgerungen vonselbst entwickeln. u )

Dieser Worte eingedenk, habe ich seit dem Jahr 1809, wo mich das Schicksal, nach demSturm von Regensburg, mitten in der grossen Steinkohlenformation Böhmens absetzte, alleSorgfalt verwendet, den Steinkohlenbergbau dermassen einzürichten, dass mir die merkwürdigstenAbdrücke so vollkommen, als es nur immer hey den häufigen Ablösungen des Kohlenschiefersmöglich ist, zukämen; ich war auch so glücklich, sowohl aus meiner als aus andern GegendenBöhmens, ganze Stämme von mehreren zur Zeit noch ganz unbekannten Arten in Europa zuver-lässig nicht einheimischer Bäume, Sträucher, Farnkräuter, mit unversehrten Abdrücken der Rin-de , und deutlich ausgesprochene Saameuabdrücke zu erhalten, die vielleicht ein grösseres Lichtüber die Vegetationsstufen der Vorzeit verbreiten werden.

7) T. II- p- 55 9 . t . 56. 57. i8o3.

8) Jahrgang 1804. Nro. 4. p. 4g.g) loc. cit. i- p . 23 o.

10) Annales du Museum T. p. 462. t. 5i. 5s.

11 ) Avant de donner un libre cours ä notre imagination , il est essentiel de rassembler un plusgrand nomhre de fedts incontestables , dont les vonseepeemes se deduiront delles-mimes. l.e.p- 4yo.

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