Band 
[Erster Band.]
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Die Steinkohlenformatiön läuft gewöhnlich in geraden parallelen Linien, viele Meilen ineiner Richtung, doch häufig unterbrochen fort. So fängt die von England ausgehende Stein-kohlenformation hex Calais und Boulogne '-wieder an, und zieht in gerader Richtung nachKöln am Rhein. I7 ) Eine zweite erscheinet an der Küste hei Nantes und hei Quimpe'r, einedritte hei Montpellier, Carcassone, Avignon , und dehnt sich tief in das Innere desLandes.

Die Steinkohle in Böhmen fängt in Südwesten hei Merklin im Klattauer Kreise an, undendet in Nordosten amFusse des Riesengebirges hei Sehazlar, von wo aus sie, vom Urgehirgegedrängt, gegen Nachod ausläuft. Aelterer Sandstein, Thonschiefer und Kieselschiefer beglei-ten sie durch den Klattauer, Pilsner, Rakonitzer, Berauner Kreis.

In diesem letzten Kreise wird sie südlich von Grauwackenschiefer, Muschelkalkstein undjüngerem Grünstein begräuzt; nördlich im Rakonitzer Kreis treten nebst dem Kalkstein auch Ba-saltkegel in ihre Nähe; doch ist der neptunische Basalt vom Dreikreuzberge hei Schlau vonjenem jenseits der Eger sehr verschieden. Der in diesen Gegenden häufig vorkommende Porzel-lanthon deutet auf ehemalige Urgehirge, die vielleicht mit dem Urgehirgsarm, der aus dem Ell-hogner Kreis in den Saatzer Kreis längs der Strasse über Buchau und Liebkowitz herübertritt, und gegen Petersburg fortläuft, in Zusammenhang standen, und die Scheidewand zwi-schen der Steinkohlen formation und der nur wenige Meilen entfernten Braunkohlenformalion biszu dem parallelen Urgebirg hei Reichen!)erg fortgesetzt haben mögen.

Auf dieser Strecke sind vielleicht 4o getrennte Ablagerungen von verschiedener Teufe undMächtigkeit im Abbau; eine jede bildet für sich eine eigene Mulde, die meistens in der Mitte amtiefsten ist, und gegen die vier Weltgegenden, oft sehr nahe unter dem Rasen, manchmal amFuss eines einbrechenden Felsens, ausbeisset. In allen diesen Ablagerungen werden ähnliche Ab-drücke gefunden.

Auch jenseits des böhmischen Gränzgehirges, im Glazischen und in Oberschlesien , schliesset sichder Steinkohlensandstein an das Urgebirg, und das Steinkohlenflötz in Oberschlesien folgt einemähnlichen Zug von Westen nach Osten, gegen Süden, in einer Strecke von 12 Meilen, zwischenGrauwackenschiefer, Muschel- und jüngerem Kalkstein. 18 )

In ähnlicher Richtung und besonders gleichhaltig verfolgt die Steinkohle auch ihren wei-teren Zug durch Polen bis in die Moldau, doch fehlen uns noch die näheren geognosiischeuAngaben und Nachrichten über die Pflanzenabdrücke.

Wo nur immer die Flötzformalion zwischen den Urschiefer eindringen konnte, begegnenwir auch der Steinkohle jenseits der nördlichen Gebirgskette Böhmens in Sachsen ; doch ist hierdie Ablagerung der Kohle öfter unterbrochen und mannigfaltiger.

In dem Erzgebirge hei Schön feid ist es eine ganz von Bitumen entblösste Glanzkohle inPorphyr eingelagert, der auch manchmal, nur etwas verwittert, als Zwischenmittel zwischen zweiKohlenlagen vorkommt; auf dem Pprphyr liegt ein Conglomerat von abgerundeten Gneisstückenin Porphyr, zuweilen mit Kohlenschiefer überdeckt, auf dem sich einige Abdrücke von Cala-mithen und Juncaceen zeigen. Bei Zwickau ist die Reihenfolge der Ablagerungen ganzverschieden. Auf einer Sohle von Wacke ruhet Basalt mit eingelagertem Thoneisenstein,diesem folget der Sandstein mit 910 Kohlenschichten, und ihrem Begleiter dem Kolilenschic-fer mit Abdrücken von Calamithen und Farnkräutern. Das Dach bildet abermals die Wacke,

zu wiederhohllenmaleu hervorgerufen, und durch diese wieder zurückgedrängt worden seyn,denn es kann die Lage der Steinkohlen, der Eigenthümlichkeit zufolge an Ort und Stelle ge-bildet, auf keine andere Weise erkläret werden. Dasselbefindet in der jungem Flötzperiode

statt.

Die Steinkohlenformation des Basaltes deutet , an manchen Orten wenigstens , ein VerJäät-niss gegen den Muschelkalk an, und nicht unähnlich demjenigen, welches zwischen dem bitumi-nösen Mergelschiefer und dem Schieferthone ( Kohlenschiefer ) obwaltet. Und was in dem FlÖtz-gebirge die Steinkohlen- und Kalkformation sind, das bilden im auf geschwemmten Lande ohneZweifel die Braunkohlen und das Kreidengebirge. Denn nie findet man die Kreide von Ba-salt überdeckt, und die grosse Menge fossiler Knochen, welche sie umschliesst, zeugt deutlichvon der. Neuheit des Ursprunges. Propädeutik, p. 109.

117) Umrisse von Frankreich und Grossbritannien. Von Engelhard und Räumer. Ber-lin 1816.

18) Karsten, Archiv für Bergbau uud Hüttenwesen, 1 tes und ^.tes lieft.