Band 
[Erster Band.]
Seite
16
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müsse, 'wodurch sich vielleicht 1 die Auswanderung der Thiefe und die im Norden gefundenenPflanzern wärmerer Gegenden entziffern Hessen u. s. w. u. s. w\ Leonhard hat diese Meinungin der Entwicklung seiner geognostischen Ansichten aufgenommen. 4I )

2 ) Finden sich unter verschiedenen Himmelsstrichen Abdrücke verschiedener Pflanzen, de-ren etwa zu entziffernde analoge im entgegengesetzten Verhältnisse mit den gegenwärtigen Zo-nen stehen, so dass die Abdrücke der indischen Steinkohle ihre analoge in Europa , so wiedie europäischen unter den Wendekreisen fänden: so müsste man eine Revolution annehmen,die eine Verwechslung der Zonen zur Folge gehabt hätte.

5) Zeigen sich die Pflanzenabdrücke der verschiedenen Weltgegenden zwar unter sich sehrabweichend, aber von unserer bisher hekannten Vegetation ganz verschieden, lassen sich dieanalogen selten oder gar nicht bestimmen: so kann man zwar auch für die damalige Periodeverschiedene Zonen annehmen, die zu der Bildung abweichender Formen beigetragen haben,man wird aber, auch annchmen müssen, dass diese Formen durch die nachfolgenden Revolu-tionen vertilgt wurden, und einer neuen Vegetation Raum gaben, die während und nach derAufschwemmungsperiode die Erdkruste bedeckte.

Dass in einem grossen Theil von Europa , wo man auf die Pflanzenabdrücke früher aufmerk-sam war, dieselben Abdrücke gefunden worden, lässt sich schon gegenwärtig mit Gewissheit behaup-ten. Die Bäume mit schuppiger Rinde, die wir in der Natur nicht kennen, finden sich in England,in Lüttich, in Schlesien, Böhmen u, s. w., wie wir aus den Abbildungen bei Petiver, Volk-mann, Knorr u. a. m. sehen können. Im vorigen Jahre fand der reisende Naturforscher, GrafRreunei:, den Baum T. I., von dem er Bruchstücke bei mir gesehen hatte, in den Steinkohlen-gruben zu Sheffield . Die verschiedenen Arten nach der Länge gefurchter, nach Art derEquiseten oder Bambusien abgegliederten Baumabdrücke finden sich fast in allen Steinkoh-lengruben. Die sogenannten Hyp ur i ten, die wirtelförmige Pflanze mit fünf oder sechs den Mar-silien ähnlichen Blättern, von den altern Naturforschern als ein Galium angezeigt, die grösse-ren und kleineren Farrenkräutfer, mehrere schilfartige Gewächse, u. s. w. u. s. w., erscheinen fastbei allen Steinkohlenarten unter denselben Formen. Eben so ähnlich unter sich sind die Blälter-formen, und die kleineren Farrenkräuter der Braunkohlenformation, und jene des Kalkmergels,wenn man die verschiedenen Abbildungen, deren Vorkommen bestimmt angegeben ist, bei denälteren Schriftstellern vergleiche

Alles kommt nun darauf an, dass die zu machenden Beobachtungen, um die aufgeworfenen,für Geognosie und Botanik gleich wichtigen Fragen zu lösen, nach einem gemeinsamen Planausgeführt werden. Dieses kann aber nur durch Mitwirkung der Akademien und gelehrten Ge-sellschaften bewirkt werden, wenn sie diesen Gegenstand würdig finden, in die Instruction andie reisenden Naturforscher aufgenommen zu werden, und sie sich selbst dazu herbeilassen, dieBeobachtungen und Abdrücke einer Region zu sammeln: z. B. die Linnean, Wernerianund Geological Society für England, Indien und Neuholland , die kön. Akademie der Wis-senschaften in Paris für Frankreich, die kais. Akademie in St. Petersburg und Moskau für denganzen ausgedehnten russischen Kaiserstaat, die gelehrte Gesellschaft in Philadelphia fürNordamerika, die gelehrten Gesellschaften in Mailand, Turin, Neapel für Italien , diekönigl. Akademie in Berlin für Norddeutschland Und alle Gegenden, wohin sie reisendeNaturforscher absendet, die königl. Akademie in München für Baiern und Brasilien , wo sichzur Zeit ihre reisenden Naturforscher befinden, die Leopoldinisch-Karolinische Gesellschaft derNaturforscher für Süddeutschland, das königl. ungarische Museum und die Universität in Pesth für Ungarn; Böhmen und die deutschen Erbstaaten des österreichischen Kaiserstaates bin ichbereit mit einigen Freunden der Naturwissenschaften zu fortgesetzter Durchforschung zu über-nehmen. Sollte dieser Vorschlag Eingang finden, so werde ich auch fortfahren, von den Ent-deckungen in dem Gebiete der Flora der Vor weit in nachfolgenden Heften Rechenschaftzu gehen. Vorzüglich wichtig ist es, dass die hei Steinkohlenwerken angestellten Beamten dieihnen untergebenen Steiger und Bergleute auf die Abdrücke aufmerksam machen, damit derenEntblössung stets den Vorstehern angezeigt werde, die dafür Sorge tragen müssen, dass dieExemplare so vollständig als möglich gewonnen werden. Denn nur vollständige Exemplare istes möglich mit einiger Gewissheit zu bestimmen. Nicht minder .nothwendig ist es, hei Ent-deckung fossiler Pflanzen, in was immer für einem Mittel, auf das geognostische Vorkommenaufmerksam zu seyn, und jeden Umstand genau zu bemerken, da nur durch sorgfältige Ver-

4i) Leonhard , Ropp und Gärtner , Propädeutik p. i48.