Band 
[Erster Band.]
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Wer nur einmal von Aibling oder Rosenheim nach Kufstein , und von da nach Wer-gei gereiset ist, wird sich uberzeugt haben, dafs das ganze Unterinnthal, von Kufstein bisRotenberg hinauf, in den Vorzeiten geschlossen war, und erst später durch den Inn mufsdurchbrochen sein.

Das zwischen hohen Alpengebirgen befindliche heutige Unterinnthal konnte also nichtsanders als ein von beiden Seiten durch diese Gebirge eingeschlossener tiefer See seyn. AlleWässer, welche von den Gebiigen kamen, ergossen sich in diesen See, und der damaligeAusflufs desselben, der heutige Innstrom, flofs daher in keinem so tief eingeschnittenenThale , als heut zu Tage ab.

Der tiefste Punkt des vom Berge Pendling und dem Kaisersberge geschlossenenThaies ist nun gerade derjenige, in welchem sich das Steinkohlengebirge bei Hering be-findet.

Ist die Hypothese, dafs der grofste Theil der Steinkohle vegetabilischen Ursprungssei, gegründet: so läfst es sich gar leicht erklären, warum sich gerade an dem tiefstenPunkt dieses Kessels das Steinkohlengebirge zu Hering und bei Unterbreitenbach gebildethaben müsse.

Zur Zeit, wo vielleicht das ganze Tyrol noch keine Menschen zu Bewohnern hatte,mögen doch die über diesen See hervorragenden Gebirge mit Waldungen bewachsen gewesensein; überständig in ihrem Wüchse, oder durch Lawinen von den Bergen herabgeschwemmt,fielen nun die abgerissenen Stämme in den See, sanken zwar nach und nach in dem-selben unter, wurden aber doch, weil das Wasser immer einen Abflufs haben mufste, mitdem Strome in diesen Kessel fortgerissen, wo sie sich denn an den Gehängen des Ge-birges abgesetzt und dort durch die Länge der Zeit ihre Metamorphose bestanden habenmögen.

Nur in der Voraussetzung dieser Hypothesen lassen sich die bei ihrer Lagerung vor-kommenden Phaenomene ohne Beschwerde erklären.

Die Flötze des Barbara - Stollens werden folgendermafsen angegeben:

1. Gelbiichgraüer verhärteter Mergel mit Glimmerblättchen. . . . . so 0

2. Conglomerat aus scharfeckigen Bruchstücken eines dichten Kalkge-

steins, die mit einer sehr verhärteten Mergelmasse zusammengekit-tet sind. ...... . 4'

3 . Schwärzlich grauer Mergel mit wenigen Spuren von Schalthieren. so 0

4 » Feinkörniger kalkiger Sandstein. . ........... 4'

5 . Conglomerat von abgerundeten Kalkgeschieben, bläulich oder gelb-lich - grauer Farbe, durch Mergel gebunden, mit Ostrocythen

und Chamiten zuweilen auch eingesprengten Schwefelkies. . . . # yy

Mergelflötz mit Läufigen, gröfstentbeils calincirten Muscheln und v

eingemengten Geschieben von dichtem Kalkstein. ...... 100 o

7. Eine Schichte eines sehr verhärteten, schon mit Bitumen durch-drungenen Mergels von dunkler Farbe, der gerieben wie Stinksteinriecht, aber mit dem feinsten Sand gemengt ist. In diesen fin-den sich nebst den Muscheln auch Madreporen, Tubuliten, Tubipo-

ren, auch Spuren von Steinkohlen in schmalen Streifen. ...

8. Ein Conglomerat von verschiedenfarbigen, scharfkantigen und abge-rundeten Kalkstein, mit Eindrücken von Muscheln. . ... . 4/

9. Stinkstein von verschiedener Farbe der das eingentliche Dach der

Steinkohle bildet, mit Muscheln und vorzüglich häufigen und schö-nen Pflanzenabdrücken. ..

10. Kohle, die sich weder ganz zur Pech- noch zur Schieferkohle

eignet.

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