Erläuterung
der Ab bi 1 d u n g e n.
In einigen Recensionen wurden wir erinnert, die Durchschnitte der Pflanzen-Abdrückenicht zu vernachläfsigen, da man wahrscheinlich voraussetzt, dafs sie Aufschlüsse über den inne-ren Bau der Pflanzen gehen müssen. Wenn dieses der Fall wäre, so hätten wir hei demängstlichen Nachforschen und Streben um Unterscheidungsmerkmale aufzufinden, auch ohneErinnerung nicht verabsäumt uns diese Ei’leichterung der unternommenen Arbeit zu ver-schaffen.
Unter tausenden von verschiedenen Abdrücken aus den Steinkohlenwerken ist uns nochkeiner vorgekommen, der im Querdurchschnitt irgend eine Spur der inneren Struktur derPflanze errathen liefs. Bei wirklich versteinertem Holze ist dieses öfters der Fall, im Koh-lenschiefer, Schieferthon, thonigen Sandstein oder Mergel fast niemals. Die Rinde und der Ab-dx-uck dieser Rinde in dem umgebenden Mittel sind gleichsam der Avers und Revers, dieeinzig und allein zur Bestimmung benützt werden können, wo keine Blätter oder anderePflan-zentheile Vorkommen; wir müssen uns daher begnügen, unsere Leser auch bei dem zweitenHeft auf diese kärglichen Hülfsmittel zu verweisen.
T. XIV. Fig. i, ist der Schaft eines aufrechtstehenden Baumes, der in dem Stein-bruch bei Wranowitz auf der Herrschaft Radnitz, am Ausbeifsen der Kohle entblöfst
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wurde.
So sorgfältig man auch bemüht war, den ganzen Baum zu gewinnen, so ist doch einStück davon zu Grunde gegangen, wodurch es unmöglich wurde, ihn ganz wieder aufzustel-len; ungefähr fünf Schuh sind noch, nebst den hier abgebildeten als einzelne lose Stücke vor-handen; der oberste Theil, der über die gegenwärtige Oberfläche des Steinbruchs hinauswei-chen mufste, fehlte ganz; von einer Verästung war nichts wahrzunehmen. Er gehört zuder von uns unter dem Namen Lepidodendi’on aculeatum beschriebenen Art, wie man aus demGegenabdruck des ihn umgebenden Sandsteins F. 4- abnehmen kann. F. 3. ist die genaueZeichnung der Rinde selbst, der rinnenförmige Eindruck, der höher gegen die Spitze hinauf,die hier nicht mehr abgebildet ist, sich ganz vei-liert, ist wohl nur zufällig, wie wir derennoch jetzt an Linden und Rosskastanien oftmals antreffen. F. 2. ist der Durchschnitt desoberen Endes, an welchem auch nicht die gei’ingste Spur einer Holztextur wahrnehmbar ist,wie dieses leider bei den meisten Abdrücken der Steinkohlenformation der Fall ist. Blofsan dem unteren Ende des Baumes, wo ein Stück von der Rinde abgestofsen wurde, kannman einige undeutliche Spuren von der Holzfaser bemerken; Palmacites curvatus squam-roosus und incisus Schlotheim , Petrefactenkunde p. 3g5. T. XV. F. 2. 5. 6., alle dreivon Eschweiler , gehören unfehlbar zu der Gattung Lepidodendron; um sie der Art nach ge-nau zu bestimmen, müste man jedoch die Exemplare selbst gesehen haben.
-T* XV. F. x., ist ein Stück von einem Baumstamm, am untern Ende vier, am oberendrei Zoll in Durchmesser, aus dem Steinkohlenwerke bei Swina . Die senkrechten Streifen sindwellenförmig erhöht, in der Vertiefung der Blatt- oder Blattstielinsertion zeiget sich ein Schildmit einer Drüse, das man in der vei’gröfserten F. 4. deutlicher erkennen kann, so wie inF. 3. die Wellenform der Streifen, F. 2, ist der Gegenabdruck im umgebenden Schieferthon;die Schilde zeigen sich hier in dem vertieften Eindruck des wellenförmigen Streifens erhöht,fast dreikantig mit abgerundeten Kanten, in ihrer Mitte eine Erhöhung, die, unter der Linsebetrachtet, drei übereinander liegende Gefäfsbündel mit einen vertieften Abdruck der Drüsein der Mitte dai-stellen, daneben eine kleine Erhöhung, die man nicht wohl deuten kann.Zu dieser eigenen Gattung gehören wahrscheinlich P alrna cites variolatus von EfseninWest-
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