Band 
[Erster Band.]
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men, welche bereits in den Denkschriften der botanischen Gesellschaft in Regcnsbuig eischienen ist. 19 )

Diese für die Pflanzenkunde der Vorwelt höchst wichtige Abhandlung verdient eineganz besondere Aufmerksamkeit; wir halten uns darum verpflichtet, unsere Meinung imEinzelnen auszusprechen.

Der Verfasser bemerkt, dafs ihm bei der ersten Ansicht der baumartigen Farren diefossilen Pflanzen eingefallen seyen; er glaubet auch nun, dafs mehrere derjenigen Pflanzen,die wir unter dem Namen Lepidodendron beschrieben haben, dahin zu rechnen seyen. DieFarrenstämme werden genau nach ihrer Organisation beschrieben und dabei angemerkt, dafssie keine Schuppen, sondern blos Laubansätze zeigen, welche wir der Form nach, die sieals Abdruck erhalten, Schuppen genannt haben.

Diese Abdrücke nennt Herr von Martius Filicites, und fuhrt darunter Filicitesquadrangulatus auf, wozu als Syn. Palmacites quadr angulatus Schlotheim , Petref.p. 5Q5. T. lfl. f. 1. und Polypodium Corcovadense Raddi, Nau T. 3. gezählt werden.

. Dafs bei der Porphyrkohle baumartige Farren Vorkommen, darüber sind wir ganzmit dem Verfasser einverstanden; eine flüchtige Ansicht von Plumiers erster Abbildung, sowenig naturgemäfs die Zeichnung der Rinde seyn mag, ist hinreichend, um die Aehnlichkeitmit einem Lepidodendron auffallend darzus teilen ; ob aber diese beiden angeführten Syno-nyme zu verbinden seyen, darüber hegen wir noch einige Zweifel.

Der in den; brasilianischen Sammlungen in München aufbewahrte Strunk von Poly-podium corcovadense hat sehr vertiefte Laubansätze, was auf der Abbildung von Nau nichtdeutlich angegeben ist. Auf dem angeführten Abdrucke von Herrn von Schlotheim , vondein wir ein kleines Bruchstück besitzen, sind sie durchaus eben, und auf jedem gröfsernRhomben sitzet noch ein kleinerer von Kohlenrinde, der doch auch eine Bedeutung habenmufs. Wollte man annehmen, der flachgedrückte Stamm habe von innen heraus die Vertie-fungen der Blattansätze ausgeebnet, so begreift man nicht, woher die auf der Abbildung vonSchlotheim angezeigten kleinen Rhomben von Kohlenhaut entstanden sind, die übrigensbei weitem nicht so regelmässig sind, als sie auf der Schlotheimischen Abbildung angegebenwerden. Die innere Organisation der Farrenstämme, wie sie von Martins F. 1 . f. 1 et 2<und von Nau T. 3- vorgestellet werden, sind so auffallend, dafs man fast glauben sollte,es müfste etwas davon bei aufrecht stehenden Stämmen bei der Ausfüllung sichtbar geblie-ben, seyn; allein noch nie haben wir eine Spur davon bemerken können.

Die von dem Verfasser abgebildete Strünke T. I. f. 1 et 5. haben alle sehr weit voneinander entfernte Laubansätze von höchst unebener unregelmässiger Form, indefs alle vonihm zu den Filiciten gezogenen Lepidodendron, als: obovatum, punctatum und aeuleatum,so wie Filicites incisus , curvatus und squamosus Schlotheim sehr nahe an einander liegende,ganz regelmässige Laubansätze zeigen ; unter allen angeführten Filiciten nähert sich unserLepidodendron riniosum noch am allermeisten der Form bisher bekannter FarrenstrünkeDie Definition von Filicites trilobatus mufs geändert werden, da die Kleeblattform, dieder Zeichner dem innern Schilde gegeben hat, blos durch zufälliges Zurückbleiben von etwasKohlenrinde bei einigen wenigen Laubansätzen entstanden ist; alle diejenigen, die von derKohlenrinde entblöfst ihre eigentlmmliche Form beibehalten haben, zeigen die Gestalt voneinem Pik auf der Spielkarte, ohne allein Mittelschilde, wie wir uns durch eigene Ansichtdes in den Sammlungen der königl. Akademie in München aufbewahrten Abdruckes über-

zeugt haben.

Ueher die Palmen seihst wird nichts besonders Wichtiges angemerkt, und die ge-streifte Calamiten für eine wahrscheinlich erloschene Pflanzengattung erklärt; dagegen wirdeine neue Gattung unter dem Namen Yuccites aufgestellt, und ihr folgender Charakter bei-

2<j) De plantis nonnullis antediluvianis, ope specierum inter tropicos viventium illu-strandis. Juctore D. Car. de Martius.

In den Denkschriften der k. botan. Gesel'lsch. in Regensburg 1822.

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