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[Erster Band.]
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wenig zu Feuerung benützt. Bei Mattstädt, nnfern Weimar , wo sie unter dem Muschelkalkzu liegen scheinet, sind die Arbeiten bereits auigelasscn, der Stollen verfallen, so dafs eskaum möglich ist, die Formationsverhältnisse genau zu bestimmen. Der Thon, der im Han-genden und Liegenden in grofser Menge vorhanden ist, wird zum Gebrauch der Ziegelhut-ten benützt, und gestattet einen Zutritt zu der Kohle vom Tag herein, der jedoch nicht hm-reicht, um genau auszumitteln, ob der Muschelkalk hier blos übergreifend die Kohle deckt,oder über sie wegstreicht. In der Nähe von Weimar , wo die jüngsten Formationen vonTuff, weifsem Sande mit Pferd-, Rhinoceros-Knochen und Zähnen, und der gemeinen Gar-tenschnecke gemengt Vorkommen, hat man unter einer Lage von Gerolle in der Tiefe von 46Fufs, bei Grabung eines Brunnens, einen schwarzen Thonmergel angefahren, der wahr-scheinlich zu den Gliedern der Formation der Lettenkohle gehören wird. Yon Pflanzenah-drücken war in der Gegend keine Nachricht zu erhalten. Was Yoigt früher über die Ab-lagerungen der Lettenkohle mitgetheilt hat, reicht ebenfalls nicht hin, um sie genauer zucliarakterisiren. Die Ablagerungen, wie sie sich dermalen am Ausbeissen der Kohle zeigen,sind: l) Kalkstein, 1 Fufs 6 Zoll. 2) Mergelschiefer in Zwischenräumen. 5) Thon, auswelchem Ziegel gehrannt werden, 4 Fufs. 4 ) Verwitterte Kohle, Q Zoll. 5) Schwefelkiesin Kugeln und Knollen, in und unter der Kohle. 6) Zweites Kohlenlager verwittert, undschon in Thontheile verwandelt. 7) Thon, unmittelbar unter der Kohle vorkommend.

Leber die Mergelkohle im Flufsgebiete der Weser haben wir im dritten tiefte, nachII. Schulze, ihre nähere Bezüglichlieit zu dem Quadersandstein angegeben; diese wurdeneuerlich durch II.'Hofrath Hausmann bestättiget, und jene Formation auf das genauestezergliedert.

II. Hausmann hat die Gebilde des Gryphitenkalks und des Quadersandsteins mitjenen des bunten Mergels und Thons zu einer Formation verbunden, und diese in drei Grup-pen ahgetheilt. 1 s )

In der Gruppe der unteren Lager oder des bunten Thons und Mergels (ober demMuschelkalk), die aus verschiedenen Abwechslungen von Letten, Schieferthon , Mergelfhon,Thonmergel, Kalkmergel, Sandmergel bestehet, und als Nebenglieder mehrere Sandstein-Abänderungen, als untergeordnete Massen,, wie> Gyps, Eisenstein, Schwefel, Eisen, ein-schliefst, wurden von Steinkohlen nur schwache Spuren, oder einzelne Nester und sehr ge-ring anhaltende Flötze im Hildesheimischen Gebiete wahrgenommen.

Die Gruppe der mittleren Lager oder des Gryphitenkalks zeichnet sich vorzüglich durcheine dunklere Färbung der verschiedenen Thon- und Mergellager aus, unter denen auchSteinmergelschiefer und Kalkmergelschiefer Vorkommen. Die Kalksteine dieser Gruppe sindMergclnalk, reiner, dichter Kalkstein, Roggenstein, Steinkalk, Eisenkalkstein, sandigerKalkstein, Conglomerat-Kalkstein, Dolomit,. Sandsteine von verschiedenem Korn, Kiesel-congloinerat, Quai-zfels ; als untergeordnete Miassen : Gyps, Eisenstein als thoniger Sphäro-siderit, Mergeleisenstcin, Kalkspath, Caelestin. Zeichenschiefer, Brandschiefer, Schwarz-und Braunkohle finden sich in sehr unbedeutenden untergeordneten Massen in dieser Gruppe.Erstere am Piesberge hei Osnabrück, letztere am Fufs des Iths hei Harderode.

Die Gruppe der obern Lager, oder des Quadersandsteins bestehet ebenfalls aus mer-gelartigen Substanzen, deren ausgezeichneter Charakter eine schiefrige Bildung ist, Letten,Schieferthon, Brandschiefer, Mergelthon, Thonmergel, Sandmergel, Stinkmergel. DasHauptgehilde dieser Gruppe ist der Sandstein, der gewöhnlich unter dem Namen Quader-sandstein ha griffen wird; seine Hauptabänderungen sind Thonsandstein, Mergelsandstein,Eisensandstein, Quarzsandstein, Chalcedonsandstein; am ausgehreitetsten ist der erste, amseltensten zeigt sich der.letzte. Als begleitende Glieder können noch betrachtet werden,Quarzfels und Thonquarz, auch kommen manchmal schmale Lager von dichtem Kalksteinund Stinkkalk im Quadersandstein vor. .

Untergeordnete Massen dieser Gruppe sind* die Eisensteine, Sphärosiderit, sandig-

15 ) Hausmann , Uebersicht der jüngeren'Fl'otzgebilde im Flufsgebiete der Weser . Göt­ tingen , 1824 .

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