Vorwort.
D as Manuscript der vorliegenden zwei Hefte unseres Versuchs einerFlora der Vorwelt war mit Schluss des Jahres 1830 beendet, und dem GrafenBray, der die vier ersten Hefte in das Französische übersetzte, mitgetheiltworden, damit das Werk in beiden Sprachen zu gleicher Zeit erscheinenkönne. Von einer schweren Krankheit überfallen, musste er jedoch dieseArbeit unterbrechen, und als er von einer kleinen Erhohlungsreise in dieAlpen , deren Beschreibung sein botanischer Schwanengesang gewesen, aufsein Landgut zurückkam, erhielt er den Befehl seines Königs nach Wien zurückzukehren, wo er bei Annäherung der Cholera dem Hoflager nachSchönbrunn folgte. Alle litterarischen Verbindungen waren inzwischendurch Cordone, Contumazen und Desinfectiönsanstalten unterbrochen, undals im Sommer 1832 diese Calamitäten ihr Ende erreichten, war auch derFreund, mit dem wir vierzig Jahre hindurch in ununterbrochener wissen-schaftlicher Verbindung gelebt haben, den wiederkehrenden Krankheitszu-fällen unterlegen. Wir erhielten nun das Manuscript mit nicht ganz voll-endeter Uibersetzung zurück.
W ährend dieser zweijährigen Zwischenzeit hatte sich der Standpunktder geognostischen und paleontologischen W issenschaften durch zahlreicheneue Entdeckungen und vielseitige Berichtigungen bedeutend geändert. Esentstand nun die Frage, ob das Manuscript vollständig umgearbeitet oderbloss ergänzt und berichtiget werden sollte; wir entschlossen uns zu demletzteren aus folgenden Gründen.
Die noch junge paleontologische Wissenschaft hat noch keine Ge-schichte, sie befindet sich noch auf der ersten Stufe ihrer allgemeinerenVerbreitung, es scheint daher nützlich zu seyn, ihrer alknähligen Entwick-lung und Ausbildung Schritt für Schritt zu folgen. Dieser Zweck wird amsichersten dadurch erreicht werden, wenn wir den Text unverändert inseiner ursprünglichen Gestaltung ab drucken lassen, das hinzugekommeneNeue aber seines Ortes einschalten oder in Noten beifügen.
Sollte uns ein Vorwurf darüber gemacht werden, dass auf unserenAbbildungen Pflanzen verschiedener Ordnungen manchmal zusammen ste-hen, auch einige sich darunter befinden, welche erst in dem siebenten Heftbeschrieben werden sollen, wie z. B. die Pecopteriden, so müssen wir uns
dadurch entschuldigen, dass, wenn wir mit dem Zeichnen und Stechen der
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