Band 
[Zweiter Band.]
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Beobachtungen mul Untersuchungen in allen Weltth.eil.en vorausgehen, und vorzüglichdie Verschiedenheit der Meinungen bewährter Geognosten über einzelne Formationen sichvereinigen. Diess ist unser geoguostisch-botanisches Glaubensbekenntnis».

Adolph Brongniart, jünger, kräftiger und weniger bedenklich als es das hoheAlter gewöhnlich zu seyn pflegt, hat es unternommen, die Floren der Vorwelt, so wiedie Zeitperioden ihrer Dauer in genaue und scharfe Umrisse geognostisch und botanischzu begränzen. Sein im Jahre 1828 herausgegebener Prodromus und zwei in den Annalesdes Sciences naturelles in eben diesem Jahr eingeschaltete Abhandlungen *) ent-wickeln das System, welches der Verfasser in seinem grösseren Werke der Geschichteder fossilen Pflanzen, welches heftweise erscheint, auszuführen gedenkt. Wir wollennun, wie wir unsere eigenen früher ausgesprochenen Meinungen und Ansichten geprüfthaben, auch jene von Brongniart einer ruhigen und besonnenen Analyse unterziehen,und bei dem Umstand, dass die beiden Abhandlungen bereits in deutschen Zeitschriftenbesprochen worden, nur das wesentlichste in gedrängter Kürze anführen.

Die Ansichten, welche in diesen verschiedenen Schriften vorgetragen werden,lassen sich auf folgende Grundsätze zurückführen.

1.Die fossilen Floren lassen sich nach den geognostischen Formationen in vierZeitperioden eintheilen: a) vom Uibergangsgebirg bis zu dem Rothliegenden und Zech- stein, b) in dem bunten Sandstein, c) vom Muschelkalk bis zur Kreideformation, d) von,, dieser bis zu den letzten Schichten der Aufschwemmung.

Wir haben bereits nachgewiesen, wie schon früher Hoffmann, dass der rotheSandstein wie der Zechstein weder in geognostischer noch botanischer Hinsicht einenreinen Abschnitt bilde; Brongniart hat diese zweite Flora auf einige neuen Pflanzenbegründet, welche in dem bunten Sandstein gefunden worden. Dieses beweiset indessenwohl eher eine örtliche als eine zeitliche Verschiedenheit, es giebt ja dermalen kaumeine grössere Provinzial-Flora, in welcher nicht einige Pflanzen verkämen, welche inden andern gleichzeitigen Floren fehlen, wie die Schmidtia utriculösa in Böhmen ,die Braya alpina in der Gamsgrube, welche letztere vielleicht noch ein Jahrhundertohne Gespielen geblieben wäre, hätte nicht der Drang eine Durchfahrt am Nordpol zuentdecken Capitain Parry auf die Melville-Insel und Richardson auf die Kupierbergegetrieben, von woher die Braya glabella und ß. arctica uns zugekömnien sind. Inder Vorwelt wie in der Jetztwelt müssen, wenn auch in einem geringeren Grade dieMischung verschiedener Erdarten bei Verwitterung des Gesteins, ungleiche Erhöhungüber den Meeresspiegel, Lage gegen die Weltgegenden einigen Einfluss auf die Vegetationausgeübt haben, auch sind unter den 22 Formen dieser Flora nur einige ganz fremd, dieCalamiten kaum bestimmbar, höchstens nur der Art nach verschieden, die GattungVolzia mit Walchia piniformis und mit Lycop odio 1 it es piniformissehr nahe verwandt, welches Brongniart selbst nicht entgangen ist. Die Verschie-denheit einer geringen Zähl Pflanzen lässt sich daher viel weniger gewaltsam durchdie Abweichungen in den örtlichen Verhältnissen erklären, da es wohl vorauszuset-zen ist, dass in einem so langen Zeitraum wohl mehr als diese wenigen neuen For-men haben entstehen müssen, welche uns vielleicht in der Folge auch bekannt werdendürften.

*) Prodrome d une histoire des vegetaux fossiles par A. Brongniart . Pa­ ris , 1828.

Considerations generales sur la nature de la Vegetation, qui couvroit la surfacede la terre aux diverses epoques de formal ion de son ecorce, Par A.Brongniart; in annal . des sc, nat. tom. XV. 1828.

Essais d une Flore du gres higarre, par A> Brongniart; in annal, des sc, nat.tom. XV. dec. p. 435.

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