Band 
[Zweiter Band.]
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Einfluss sie sich entwickelt halten, bis auf einen gewissen Grad zu bestimmen ver-mögen. Vielleicht würden hierdurch einige wichtige Punkte der Geschichte der Erd­ kruste Aufklärung erhalten und Theorien wahrscheinlich werden, welche bisher liirblosse Hypothesen gegolten haben.

Die Pflanzen, welche an den Boden fest geheftet sind, sich den Einwirkungen vonAussen nicht entziehen können, und deren Natur eben dadurch mehr als jene der Thierevon den physischen Verhältnissen, die sie umgeben und auf sie zuriiekwirken, abhängigist, würden uns viel richtigere Aufschlüsse über den Zustand der Erde in jener frühenZeit gewähren, als die Thiere eben jener Vorzeit, welche im Schooss der Meere lebten.

Wenn der hier vorgezeichnete Plan nach den aufgestellten Grundsätzen zu einervollständigen Ausführung gelangen sollte, so würden wir mit der Naturgeschichte derVorvvelt eben so vertraut werden, als wir es mit jener der Jetztwelt, so weit als euro-päische Reisende Vordringen konnten, geworden sind. Die Zeitperiode der Auslührungmöchte sich aber wohl etwas länger hinausdehnen, als der Verfasser in seiner Begeiste-rung zu ahnden scheint, da sie den unterirdischen Forschungen schwerer zu besiegendeSchwierigkeiten entgegenstellen, als jenen auf der Oberwelt. Auch bei uncivilisirten halbwilden Nationen kann man Vierfiisser und Vögel schiessen, Fische fangen, Käfer und Schmet-terlinge aulspiessen, Steine aufsammeln, Bäume umhauen und Pflanzen ausgraben, wasaber tief in dem Schoosse der Erde begraben liegt, wird nur bei civilisirten Nationengelunden, welche Bergbau treiben, Kunststrassen anlegen, zu grösseren Bauten Stein-brüche eröffnen etc. etc. Wir besitzen Faunen und Floren aus Mexico , Peru , Brasilien ,Guyana , Java, Malabar, Cochinchina , Senegal etc., wir haben aber nicht einen Pflan-zenabdruck aus jenen Ländern gesehen, so sehr er uns auch erwünscht seyn würde, umüber die Allgemeinheit der Flora der ersten Zeitperiode den letzten Zweifel aufzulösen.Eine aus einzelnen Bruchstücken nie im Zusammenhang gesehener Pflanzenformen derVorwelt aufgestellte Species plantarum wird stets der Bestimmtheit ermangeln, welchejenen der jetztleb enden Pflanzen den grössten Vorzug gewährt.

Allgemeine Ansichten der früheren Zustände der'Erdkruste werden sich bei un-seren Untersuchungen unfehlbar ergeben, und diese werden eine wichtige Eroberung fürdie Naturwissenschaften bleiben. Genaue, absolute Bestimmungen der einzelnen Pflanzen,wie man sie für eine eigentliche Species plantarum fordert, möchten noch lange einfrommer W r unsch bleiben. Diese sind aber auch nicht nothwendig, um das Wichtigste, nein -lieh die Vegetations-Perioden parallel mit den Formations-Uibergängen nachzuweisen ; hiezuwerden die Bestimmungen der Familien und Gattungen hinreichen, welche wir für er-reichbar halten. Können wir aber auch nicht das unter dem Schutt von Jahrtausendenbegrabene Problem zur Gänze lösen, so soll uns dieses nicht abhalten, dem Ziele sonahe zu rtiken, als es die vorhandenen Materialien und unsere Kräfte gestatten.

Nachdem Broivgniarl diese Einleitung, die wir mit unseren Bemerkungen undAnsichten erläutert und begleitet haben, geendigt hat, kömmt er zu der botanischenUntersuchung der fossilen Pflanzen, und fängt diese Abtheilung seines Werkes mit derKlassifikation der Pflanzen an.

Brongniart theilet seine Floren in sechs Klassen: I. Agamen. II. Zellen-eryptogamen. FH. Gefässcryptogamen. IV. Nalctsamige Phanerogamen.V. Gelässsamige m 011 o cot yl e d onis che Pha ner o gam e n. VI. Dicotyledo-n e n. Diese sechs Klassen werden weitläufig auseinander gesetzt, welches als bekannt weg-gelassen wird, eben so die Definition der Agamen, welche bloss auf die lebenden Pflanzenpasst. Von den aufgezählten 12 Familien der Agamen sollen bisher nur drei unterden fossilen Pflanzen vorgekommen seyn, an welchen die characteristischen Unterschei-

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