EQUISETOIDITES.
Die Ordnung*) der lebenden Equisetaceen stellt gleichsam isolirt, naher verwandterOrdnungen beraubt, und einen allmähligen Uibergang von den Gefässkryptogamen zu denPhanerogamen andeutend. Nach Wilbrand**) weisen die Equisetaceen unverkennbar aufdie Bildung der Gräser hin, Ag’ardh vergleicht die Equisetaceen, zumal nach den männ-lichen Geschlechtsorganen mit den Coniferen, z. B. mit Cupressus, und macht ganz be-sonders darauf aufmerksam, dass die grosse Kluft zwischen den schachtelhalmartigen Ge-wächsen und den Zapfenbäumen durch die grosse Zahl in der Yorwelt vorgekommener,nunmehr aber verloren gegangener Pflanzengattungen ausgefüllt gewesen seyn könne ***),
*) Wir fühlen und wissen es wohl, dass die vorweltlichen Equisetaceen, ([denen wirden Ordnungsnamen Equisctoiditen gehen, um hiedurch die Gattung Equisetites zu.unterscheiden ), die Reihe der Gefässkryptogamen nicht beginnen sollten, da sieunter denselben am vollkommensten organisirt sind, und in Beziehungen mit Pha-nerogamen stehen; da jedoch das Manuskript in Betreff der Equisetoiditen fertigund zum Drucke bereit war , wollten wir dasselbe nicht bei Seite legen, sondernlieber um Entschuldigung der unterbrochenen Anordnung ersuchen.
Wilbrand allgemeine Physiologie 1833, § 159, p. 102 sagt: „die Schachtelhalm-gewächse gehen, ihrer Stammnatur getreu, durch ihre Wurzeln tief in die Erdehinunter , der obere Stock steigt, senkrecht in die Höhe, und beide, Stamm undWurzeln, haben einen gegliederten Bau. Die Abtheilung in Glieder, welche sichbei den gegliederten Conferven zuerst findet, erscheint hier wieder, aber in einerveredelten Entwickelung , desgleichen auch innerlich die länglichen Zellen derConferven mit Säften angefüllt, aber gleichfalls in veredelter Gestalt, und invermehrter Zahl zusammen vereinigt. Sie sind in den Gliedern durch horizon-tale Scheidewände geschlossen; äusserlich trennt sich hier eine dünne häutigeSchichte vom Stamm ab, und kündigt eine Blattbildung an, hört sofort aber auf.Aber unverkennbar weiset diese Bildung bereits auf die Bildung der Gräser hin,wo aus den Knien derselben die Blattscheiden , und aus diesen die Blätter her-vor gehen"
***) Agardh 'allgemeine Biologie der Pflanzen, t X. Abtheilung, p. 473 — 476 sagt: „Ver-gleicht man die Fruchttheile des Equisetum mit den männlichen Blüthen bei Cu-pressus, so wird man eine vollkommene Vergleichbarkeit finden. Die schildför-mige Schuppe, der Schaft dieser Schuppe, die kugelförmigen Körper, welchebei Cupressus Anlheren sind, findet man bei Equisetum auch, obgleich man ihnenandere JVamen und Bestimmung gibt. Diese Antheren des Cupressus öffnen sichauf dieselbe Art, wie die kegelförmigen Körper bei Equisetum , nemlich mit einerSpalte nach Innen; sie enthalten ein Pulver, welches bei Cupressus Pollen ge-nannt wird, bei Equisetum Saamen. Kurz ein Jeder muss gestehen, dass diemännliche Blüthe des Cupressus mehr den Fruchttheilen des Equisetum ähnelt,
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