Band 
[Zweiter Band.]
Seite
LXI
JPEG-Download
 

LXI

°der Lindleys ßilder naturgetreuer sind, und wohin Lepidodendron Hareourtii zu stellenSe y? da es durchaus nicht zur Gattung Lepidodendron gebracht werden darf, indem derPwmäre Charakter der Lepidodendra: die Blattpolster und Narben dem decorticätenlepidodendron Hareourtii fehlen. Es dürfte daher gerathen seyn, aus diesem Fragmenteeine eigene Interimsgattung zu bilden, und dieselbe mit Lommätofloyos zu der Familie derCrassulaceen zu stellen, da die Lycopodiaceen keinen Holzcylinder zeigen, und die Trep-P ei| gefässform in den Pflanzen der Vorwelt so allgemein war, dass sie alle anderen For-*«en überwog, und man könnte sagen fast ausschliessend das Holzsystem vorweltlicher,uns übergekommener Pflanzenreste bildete. Uiberdies machen die grossen Treppen-Sefässe im Holze der Lycopodiaceen nicht dessen primären Charakter, da die FilicisUll d manche Familien phanerogamer Gewächse, dieselben ebenfalls in grosser Menge,auschliessend zeigen, und diese so hohe Entwicklung des Trachealsystems auf ganz^*§ene uns unbekannte Modifikationen des Respirationgeschäftes und atmosphärischeroflüsse in der Yorwelt schliessen lässt, wie es heute noch bei einigen tropischen^flanzenfamilien der Fall ist, * welche ebenfalls so hohe Entwicklungen des Tracheal -s ystems zeigen. Wir können überdies Herrn Brongniarfs anatomischer Darstellung nichtf °%en, indem aus dem gemischten Gebrauche der Worte Tubes und Vaisseaux nichtGütlich hervorgeht, was Gefäss oder Zelle, Treppen- oder Spiralgefäss und vielleicht^ Ur Spiralfiberzelle ist. Uiberdies liegt der anatomische Charakter der Art immer nurI® 1 Totalausdrucke aller Organe, und nicht bloss in den diese lezteren constituirendene mentartheilen, wie Zellgewebe, Gefässe, Bast u. a. m., deren stets mehrere vereinigtj 6 *® müssen, um ein anatomisches Organensystem zu bilden, wie bereits in der histo-risch-anatomischen Einleitung (Seite IIXIII.) gezeigt wurde.

Vergleichen wir nun die bei Lepidodendron Hareourtii aufgefundeuen Struktur-^rfiältnisse mit jenen der Lycopodiaceen, Crassulaceen und mit jenen des Stammes vons dotum, so werden sich noch grössere Differenzen als die bisher aufgeführten zwischene ® 1 Baue der Lycopodiaceen und der Lepidodendra ergeben. Vergleichen wir aberj^ e ichzeitig Lepidodendron Hareourtii mit den anderen Lepidodendra - Arten und derta mmform der Crassulaceen, so wird sich ergeben, dass diese vorweltliche Pflanzen-^ ru Ppe die Stammform der leztgenannten jeztweltlichen besass, und daher ihr näherVer Wandt seyn dürfte, als alle anderen uns bekannten und von uns untersuchten Fa-; überdiess haben wir schon oben den dicotylen Bau der Lepidodendra dargethan.

I. Die Rinde.

> Diese besteht immer aus der Epidermidal-, der Bast- und der Parenchymschichte.61 lepidodendron Hareourtii fehlt leider

A. die Epidermis;

^ er bei Lepidodendron dichotoinum, den Sagenaria-Arten u. v. a. ist sie vollständig\y. la ^ e n, und besizt eine eigentlnimliche Narben- und Blattpolsterbildung, welche wie^ er eits oben bewiesen haben, keine der jeztweltlichen Familien, die Crassulaceen^ genommen, mehr zeigt. Am entferntesten von dieser ist die Narbenbildung der Rinden,s ^°uocotylen und Acotylen, vorzüglich aber der Farren und Lycopodiaceen, wiege 01,1 Ver gleichung der Natur und unserer bekannten Abbildungen, als auch eine natur-^ässe Deutung des Gesehenen beweisen wird. Die Epidermis der Lepidodendra zeigt5 ^Polster (s. uns. Taf. 68 . fig. 19.), weiche denen der Semperviva (Taf. A. fig. 1.^* TO.);. fast ganz gleich gebaut sind, und deren Insertionsnarben (Taf. 68 . fig. 19,genau dieselbe Zahl und Stellung der zu den Blättern laufenden Gefässbündeld ' e Se,l, pe r viva zeigen. Die Semperviva werfen ihre Blätter ab, die LycopodiaceenU| i.d p e>tWelt werfen sie nicht bilden daher keine so regelmässig gebauten BlattnarbenElster, u I1( t ze igen nichts von einer solchen Gefässbündelzahl und ähnlichen Ver-

16