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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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gende Weift denken. Krystallisation wird nicht bloßdurch ein Reagenz, oder durch Verdunstung bewirkt; son»dern eben so wohl durch Entziehung der Wärme oderVerminderung der Temperatur, wie wir am Wasser,dem Quecksilber, den geschmolzenen Metallen, den imwarmen Wasser aufgelöseten Salzen, z. B. dem schwefel-sauren Natron, u. s. w. sehen.

Nach einem bekannten physikalischen Gesetze wirdjedesmal Wärme frei, sobald ein Körper seinen Aggre-gatzustand in einen dichteren umändert. Der Uebergangder Gasform in die des tropfbar Flüssigen mußte einesehr große Temperaturerhöhung bewirken, und konntewohl das Flüssige bis weit über den Siedepunkt unse-res Wassers erhitzen; da eincsthcils die Frage ist, objene Flüssigkeit nicht viel heißer werden konnte, als un-ser jetziges Wasser, ohne zu verdampfen; anderntheilsaber die wahrscheinlich viel dichtere Atmosphäre dasVerdampfen verhinderte, da sie einen bei weitem stärke-ren Druck auf die Flüssigkeit ausübte, als jetzt. Schwer,lich hat die Atmosphäre alle ihre späterhin fest gewor-benen Stoffe gleich anfangs fallen lassen.

In einer so stark erhitzten Flüssigkeit, verbundenMit einem großen Druck der Atmosphäre, konnten wohldie Erdstoffe sich aufgelöst erhalten, da der Hauptbe»standtheil derselben, die Kieselerde, im Wasser des Gei-sers bei einer wahrscheinlich nicht so hohen Temperaturund einem nicht so großen Drucke, sich aufgelöst erhält.Hierzu kommt noch der große Druck des Wassers selbst;unter diesen Umständen konnte wohl die chemische Masseder Stoffe Wirkungen hervorbringen, von denen unsereVersuche im Kleinen keine Ahnung gewähren.

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