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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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über nichts entscheiden. Nur will ich noch bemerken,daß die Achsenänderung und die schnelle Drehung allmäh-lig eintreten mußten, wenn die Niederschlage, und diedadurch bewirkte Aenderung der Erdgcstalt die Veran-lassung gaben, und daß damit zugleich der Grund an-gegeben ist, warum diese sich in der Folgezeit nicht wei-ter merklich änderten, da die Niederschlüge aufhörten.

Es ist im ersten Abschnitte gezeigt, wie das Ge-wässer (ohne Rücksicht auf die Aenderung der Erdachse)nach und nach die Lage, wie in Fig. 14 bis 17 ein-nehmen mußte. Wir haben damit auch gezeigt, wie eskeinesweges zufällig, sondern streng gesetzmäßig ist, daßdas Land auf der Erde in zwei ungleich große Conti-nente vertheilt ist, was bisher noch keine Theorie nach-gewiesen hat, und für die Richtigkeit der unsrigen einsehr günstiges Vorurtheil erregen muß. Allein nicht nurdie größere Ausdehnung des alten Continents ergiebtsich daraus, sondern auch die größere Erhebung derMitte des Landes über den Stand des Gewässers', wieman leicht aus der Zeichnung sehen kann, und die großeErhebung der Hochebene des mittleren Asiens , so wiedie große Höhe der Gebirge im südlichen Theile, kannjetzt nicht befremden. Denn die höchsten Gebirge Asiens liegen theils in der Linie xa, theils derselben nahe.

Es ist ferner aus dem ersten Abschnitte deutlich ge-worden, wie mit dieser schnelleren Drehung zugleich dieEbbe und Fluth eintreten mußte, und wie diese Erschei-nung' nichts anderes ist, als das Bestreben der Erde,die früheren Ueberschwcmmungen zu wiederholen, wel-ches aber durch die schnelle Drehung verhindert wird.

Diese Theorie der Ebbe und Fluth tritt der New-