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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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95
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05

Der Schluß ist jedoch nicht richtig; denn es wirdsich sogleich zeigen, daß aus einer anderen Betrachtungdas Gegentheil für den Punkt ä folgt.

' Stellen wir uns in Fig. 5 die Erdkugel ohne denMond vor, rund umher mit Wasser bedeckt; so wirddieses überall an der Oberfläche mit gleicher Kraft stre«den, sich dem Mittelpunkte e zu nähern, also überallgleich schwer sein. Steht nun der Mond wie vorher,so wird c, weil es ihm näher ist, stärker gezogen alse, und dieses wieder stärker als 6; alle diese Punktewollen nach der Richtung clc gegen den Mond hin fal-len, wie jeder andere Theil der Kugel. Da jetzt dasWasser bei c gegen den Mond hin, und zugleich gegene fallen will; so wirkt eine Kraft der andern entgegen,und das Wasser fällt nur mit dem Ueberschusse der Erd-anziehung über die Mondanzichung gegen den Mittel-punkt o, also nicht mit der vollen Erdanziehung. Eswird darum hier nicht so stark gegen den Mittelpunktgedrückt, als bei a und b, wo es von der vollen Erd-anziehung nach e Hingetrieben wird. Daher wird essich bei c erheben und höher stehen, als bei a und b.

Bei ä wollte das Wasser schon ohne den Mondnach e hin, und zwar mit seiner ganzen Schwere, ge-rade so, wie das Wasser bei a und b. Jetzt zieht esder Mond ebenfalls nach der Richtung von äo hin;wenn gleich nicht so stark als das bei c, wird es dochimmer mit größerer Kraft nach e hin fallen, als wennes der Anziehung des Erdmittelpunktes allein überlassenwäre. Es muß daher unter seinen natürlichen Standherunter gedrückt werden, d. h. es muß bei 6 niedrigerstehen, als es bei a und d steht. Da das Wasser bei