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Eintreten der Fluth, nachdem der Mond schon längst denMeridian des Ortes passirt hat/ während nicht weitdavon sie mit seiner Culmination eintritt/ wird sich ausunserer Theorie ebenfalls erklären lasten. Wenn derMond z. B. den Meridian des Ortes c passirt/ so wirdhier Fluth/ in H aber Ebbe sein. Dagegen ist in HFluth/ wenn der Mond den Meridian des Ortes b pas-sirt/ wo ebenfalls Fluth ist/ u. s. f.
Weil auch nach unserer Theorie die Ebbe und Fluthabhängig ist von der Anziehung des Mondes und derSonne / so läßt sich alles, was aus der verschiedenenStellung beider Wcltkörpcr gegen einander und gegendie Erde aus der bisherigen Theorie für diese Erschei-nung folgt, mit der unsrigen verbinden, wie z. B. diehohen oder Springfluthen in den Sizygien, und dieniedrigen in den Quadraturen, die hohen Fluthen inden Aequinoctien u. s. f. — Es ist dies für die vorge-tragene Theorie ein unschätzbarer Vortheil, den der zuwürdigen wissen wird, der die ganze Schönheit der bis-herigen Theorie kennt, und von ihrer Wahrheit über-zeugt, doch mit Betrübniß bemerken mußte, wie somanche »»erklärbare Abweichung die Erfahrung darbot,welche eine folgerechte Anwendung der Theorie auf ei-nen gegebenen Ort nur sehr unsicher gestattete.
Uebrigens wird auch bei dieser schnellen Drehungein Aenderung des Schwerpunktes eintreten müssen, undsich alle 24 Stunden wiederholen. Wir haben bisherangenommen, daß der Körper sich jederzeit um die durch? gehende Achse dreht. Dies ist jedoch nicht im buch-stäblichen Sinne wahr, wenn der Schwerpunkt nicht indieser Achse liegen bleibt. Nur bei der Stellung in