Buch 
Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
Entstehung
Seite
347
JPEG-Download
 

347

stände, das Eintreten der schnelleren Drehung und die Ach-senänderung, hier in unserer jetzigen Darstellung als zu-gleich eingetreten angenommeu sind, da sowohl das eineals das andere möglich war.

Indem aber das Wasser von den Polen gegen denAcquator hinströmte, hat es auf der Nordhälfte der Erdeeine Bewegung von Norden nach Süden erhalten, auf derSüdhälfte die umgekehrte. In Verbindung mit der vor-erwähnten Dstbewegung wird die Strömung des Wassersdaher als eine von Nordost gekommene erscheinen müssen,da sie nur in der Resultante der beiden Richtungen er-folge» konnte.

Da nun die Luft unter den Polen erkältet, und da-rum schwerer wurde, so muß auch hier eine solche Strö-mung entstanden sein, die in Verbindung mit der obenentwickelten ebenfalls als ein Sturm aus Nordosten ge-wirkt haben muß.

Sturm und Wasserströmung werden daher in dieserRichtung vorzugsweise auf die letzte Erddecke gewirkt ha-ben, und die ausgewaschenen Thäler dieses Bodens, sowie die aus den Auswühlungen abgesetzten Hügel werdenvon diesen Thatsachen Zeugniß geben müssen. In derThat aber liefert die große baltische Ebene überall von ei-ner aus Nordost gekommenen Strömung die bestimmtestenBeweise,*) und eben deshalb legen sich die meisten undansehnlichsten Hügel in Meklenburg, Brandenburg , Pom­ mern und Preußen wie große Dünen queer vor diese Rich-tung von Nordwest nach Südost. Diese Richtung haben

*) Brückncr: Wie ist der Grund und Boden Mecklenburg-geschichtet und entstanden. Neu Strclitz > 82 Z. S. 32 .