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Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
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zugleich die Hauptthäler dieser Gegenden, welche jetzt zumTheil die Flußthäler der Weichsel , Oder, Spree , Elbe rc.bilden.

Jene Strömung von Nord nach Süd aber hatte dieFolge, daß das im Norden gebildete Eis ebenfalls der all-gemeinen Strömung folgte, um so mehr, als es der dar-auf folgende Sommer ohne Zweifel nöthigte, sich von denUfern, an welche es sich angelegt hatte, abzulösen. WoGebirge im Norden lagen, wurden die vorher erwähntenGesteinsbrocken, welche im Eise theils eingefroren waren,das sich in den Buchten der Gebirgsthäler gelagert hatte,theils dasselbe bedeckten, mit demselben fort nach Südengetrieben, bis dasselbe in wärmeren Gegenden schmolz, unddie Steine fallen ließ.

Dies ist unter anderen der Fall in Deutschland undPreußen, welchen im Norden die skandinavischen Gebirgeliegen. Die dort abgesprengten Felsblöcke trieben mit demEise uach Süden, und fielen theils schon in Schweden ,Finnland , und Dänemark , theils erst weiter unten in Preu-ßen und Deutschland bis gegen die hervorragenden Ge-birgsmassen Polens , der Lausitz , des Erzgebirges, des Thü-ringerwaldes und Harzes rc. zu Boden, so weit das EisHaltbarkeit genug hatte, sie zu tragen. Sie find hier un-ter dem Namen der Geschiebe - und Geröll»Ablagerun,gen bekannt. Der südwestlich gerichtete Strom des Wassershat sie bis gegen die Grenzen der Niederlande und Ost-Englandverbreitet. Warum sie sich nicht tiefer in Süden finden, istdamit schon angedeutet. Es ergiebt sich zugleich ausdieser Darstellung, daß sie sich nirgend finden können, wonicht im Norden GebirgSlander vorhanden sind. Auf der