Buch 
Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
Entstehung
Seite
349
JPEG-Download
 

349

südlichen Halbkugel werden sie deshalb fehlen, weil imSüden keine Gebirge liegen.

Wenn sich hierdurch eines der größten geognostischenProbleme löset, so muß ich noch darauf aufmerksam ma-chen, daß zwar ein Transport der Geschiebemassen durchEis öfter, z. B. von v. Winterfeldt, Siemssen, Wrede u.A- behauptet wurde; aber Niemand hat angegeben, 1) auSwelchen Gründen gerade nordische Gebirgstrümmer überdie südbaltische Ebene verstreut wurden, oder warum ge-rade eine Strömung von Nordost nach Südwest eintrat;2) wodurch eine so gewaltige Zertrümmerung von Gebir,gen im Norden entstanden war, wie sie doch bei der außer-ordentlichen Menge dieser Gerölle statt gefunden habenmuß; 3) warum diese Geschiebe sich südlich von einer be,stimmten Grenze nicht mehr finden; 4) wie möglichfei, Elephantenknochen und andere südliche Thiere und Pflan-zen von Geschieben bedeckt zu finden, da doch unmöglichin einem Klima, wo diese lebten, solche Eisblvcke sich bil-den konnten, als zum Transporte dieser Steine erforder-lich waren. Wie sollten denn ganze Eisfelder mit Stei-nen beladen in ein tropisches Klima gelangen können?Daß aber solche sich wirklich abgelagert haben, und zwarunmittelbar auf jenen Produkten einer warmen Zone, da,für liefert die ganze baltische Ebene Beweise in Menge.Diese bisdahin ungelöseten Probleme finden in der ent-wickelten Ansicht sämmtlich ihre Erklärung.

Es kam hierzu noch, daß das Wasser sich im Nor,den sehr viel mehr erniedrigen mußte, als weiter im Sü-den, und da es sich im Aequator erhob, so muß dazwi-schen ein Kreis gelegen haben, in welchem es sein Niveaunicht änderte, nämlich da, wo die neue Kurve des Wassers