351
Es ist natürlich, daß das Gewässer die von ihmfortgerissenen Gerölle früher fallen ließ, als die übrigenvon ihm fortgeschwemmten losen und leichteren Massen desBodens. Letztere werden daher die ersteren bedecken. Wojene jedoch auf Eis gelagert waren, da konnten sich auchwohl die leichteren Massen schon abgesetzt haben, als jenenoch schwimmend erhalten wurden, und so werden wirdie von Eisfeldern abgesetzten Geschiebelagcr aus jene leich,teren Massen gelagert finden können, wo sie, den Bodenbedeckend, große Gcschiebcfcldcr darstellen. Beides zeigtsich in der baltischen Ebene oft.
Diese Ablagerungen zusammen bilden das sogenannteDiluvium, das letzte Meeresgebilde der Vorzeit. Wirfinden es auf dem früheren Boden der organischen Schöp-fung, die Reste derselben bedeckend, und zum Theil auchauf die vorletzten Niederschlüge (in Fig. 13) abgesetzt. DerStoff des Diluviums scheint, außer einigen Kalkbildun-gen, hauptsächtlich aus früheren Niederschlagen zusammengewühlt zu sein.
Allein bei der Zurückziehung des Gewässers in diedurch die Figuren 25, 26, nachgewiesene Stellung bliebin den Kesselthälern und umschlossenen Becken überall Mee-reswasser zurück, das sich in seiner Abgeschlossenheit nachund nach in Süßwasser verwandelte, und eigenthümlicheAblagerungen bildete. Auch die Flüsse setzten bei ungleichgrößerer Breite und geringerer Tiefe aus dem erweichtenund aufgewühlten Boden an ihren Ufern und Mündungeneigenthümliche Niederschlüge ab, welche sich als Süß-wassergebilde zu erkennen geben. Es sind dies die Al-lusionen der älteren Zeit.