Buch 
Über die Gestalt und die Urgeschichte der Erde : nebst davon abhängenden Erscheinungen in astronomischer, geognostischer, geographischer und physikalischer Hinsicht / von Karl Friedrich Klöden
Entstehung
Seite
371
JPEG-Download
 

371

dermalen kennen, zerspalten wurde, sondern daß dabei ein«große Menge kleiner Bruchstücke abgesplittert werden muß-ten. Es ist bekannt, daß jedes auch das kleinste dersel-ben, sich in einer mehr oder weniger langen Ellipse um dieSonne bewegen muß, und von den vielen taufenden, welchein dieser Weise die Sonne umschwärmen, können viele solängliche Elipsen beschreiben, daß sie die Erdbahn durch-schneiden. Trifft die Erde bei ihrer jährlichen Bewegungin diesen Knotenpunkten mit einem solchen Bruchstücke zu-sammen, so erfolgt im Kleinen ein Zusammenstoß mit ei-nem Weltkörper, und die Erde bemächtigt sich seiner nachdem Rechte des Stärkeren. Diese Erscheinung kommtaber wirklich oft genug vor, und wir nennen sie einen Me-tcorsteinfall, der in der Regel mit Feuer und Donner ver-gesellschaftet ist. Daher kommt es, daß diese Steine in ihrerZusammensetzung von den irdischen abweichen, weil sie derErde fremd sind, und warum sie dennoch unter einandermeistens so viele Ähnlichkeit zeigen; würde die Erde sozersplittert, so würden die meisten Bruchstücke Granit sein,und man würde auf anderen Weltkörpern sich eben so überdie Ähnlichkeit ihrer Zusammensetzung wundern, als esuns auffällt, so gewöhnlich in den Meteorsteinen Nickel-eisen zu finden. Diese Erklärung halte ich mindestens füreben so wahrscheinlich, als alle bisherigen, und darin liegtzugleich die Ursache, warum ich in meiner Hypothese vondem Faktum des Meteorsteinfalles so wenig Gebrauch ge-macht habe, auf welches Andere so Vieles bauen.

Möge man indessen dies alles in das Gebiet bisjetztnicht genugsam begründeter Hypothesen verweisen, und sicheinzig und allein an hinreichend begründete Thatsachen hal-ten wollen, so folgt nichts desto weniger aus den astro-

24 *