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Bericht über die Arbeiten zur Reform der schweizerischen Urmaasse / von H. Wild
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bis auf 0,01° relativ richtige Angaben erhalten hätten. *) Nicht dasselbe gilt leider vomabsoluten AVerth der Scalentheile resp. der richtigen Bestimmung der Normalpunkte amThermometer.

Um die an den einzelnen Graden des Thermometers anzubringenden Correctioneu mitHülfe der vorigen Tafel bestimmen zu können, erübrigt uns jetzt noch, den Werth des ein-heitlichen Volumens (2) in wahren Celsiusschen Graden, sowie die jeweilige Lage des wahrenNullpunktes zu ermitteln. Es geschieht diess durch die Bestimmung der Lage der beidenNormalpunkte i. e. des Schmelzpunktes des Eises und des Siedepunktes des Wassers.

Norm alp unktsbe Stimmung.

Die Ermittlung des der Temperatur des schmelzenden Eises entsprechenden Thermo-meterstandes geschah in der Art, dass man im Sommer in ein mit feingestosseuem Eise,im Winter in ein mit reinem Schnee gefülltes Gefäss im warmen Zimmer das Gefäss desThermometers und die Kühre bis in die Gegend des Nullpunktes in vertikaler Lage einsenkte,darauf die Röhre noch bis etwa zu 20° herauf mit zusamm ngebacktem Eise oder Schneeumgab, sodann nach J / 4 '/* Stunde die Röhre rasch bis zum Nullpunkte herunter wiederfrei machte und den Stand des Quecksilbers in derselben ablas. Wenn dann nach Wieder-bedeckung der Röhre mit Eis und nach Verfluss einer weitern Viertelstunde eine neue Alt-lesung dasselbe Resultat ergab, so wurde dies als der wahre Nullpunkt betrachtet. Beim Ge-brauch des Schnees im Winter zu dieser Bestimmung ist, wie mir die Erfahrung wiederholtzeigte, grosse Vorsicht nöthig, wenn man nicht zu niedrige Temperaturen erhalten will. Nurwenn der Schnee durch und durch im Schmelzen begriffen ist, kann man sicher sein, dierichtige Schmelztemperatur erreicht zu haben. Hie und da wurden auch die Thermometer ineinen ganz mit Schnee gefüllten, flachen Blechkasten so eingebettet, dass nur die Stelle,wo der Nullpunkt lag, frei blieb und sodann dieser Kasten in wenig geneigter, nahezu ver-tikaler Lage (der Lage, welche die Thermometer gewöhnlich bei den Beobachtungen haben)aufgestellt. Es zeigte sich übrigens beim Umlegen in die horizontale Lage hiebei nie einmerklicher Unterschied im Quecksilberstand. Im einen und andern Falle war dafür gesorgt,dass das Schmelzungswasser ablaufen konnte.

Zur Bestimmung des Siedepunkts wurde in üblicher Weise die Cavendishsche Röhrebenutzt. Der Wasserdampf umspülte dabei Gefäss und Röhre des Thermometers bis in die

') Die Kleinheit der Correctionen rechtfertigt offenbar vollkommen unser bloss angenähert richtigesVerfahren, wonach wir dieselben unmittelbar als Bruchtheile ein und derselben Einheit, nämlich der Hälftevon (2), angenommen haben.