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viel später, jedenfalls nach demselben Plane. — DasMittelschiff ruht auf Säulen; erst wo die Mauer be-ginnt, setzen je drei Wandsänlchen an. Jene Säulenruhen auf runden Basen, da doch das entsprechendeGlied, die Deckplatte des G'apitäls, achteckig ist. DieCapitälor haben höchst einfaches Blattwerk und deu-ten unverkennbar auf das XIII. Jahrhundert. Ueberihnen beginnen jene Wandsäulchen und die sehrspitzen *) Bogen, welche mit mehreren Kehlen undWülsten verziert sind, doch so, dass erstere, wie inallen niedcrländisch-gothischen Kirchen, vorherrschen.Drüber läuft eino Wandgallerie und über dieser diesehr einfachen Fenster hin; ein hohes, einfaches Ge-wölbe schliesst das Ganze. Obwohl der Chor nureinschiffig ist, setzen die Wandsäulchen dennoch erstweit oben an, um den Chorstühlen freien Raum zulassen. Das Schlussgewölbc des Chores ist sehr reinund schön. — Spät erst sind die Seitcnkapcllen demLanghause angefügt worden. Sehr alt ist dage-gen der mit Wandgallerien verzierte Unterbau desThurmes; jedenfalls nicht später als das Schiff. —Die Kirche ist gewiss eine der edelsten in den Nie derlanden , und dennoch vermisst der deutsche Reisendeschon hier, so nahe an der deutschen Grenze, garmanches. Die französische und niederländische Gotliikhat sich nur bis auf einen gewissen Punkt ent-wickelt und ist dann von diesem aus sogleich zu