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letzt nicht leben können. Aber erst vor Kurzem hat man andem Gestade Sibiriens einen dieser Elephanten in einer MasseEises eingeschlossen und bis auf sein Fleisch gut erhalten ge-sunden , dessen Haut mit einem sehr dichten Pelze von Haa-ren bedeckt war, und der unter dem Schutze einer solchen De-cke jene rauhen Gegenden sehr wohl bewohnen konnte, undder daher keineswegs als ein Beweis von einer beträchtlichenVeränderung der Lage der Erdpole angesehen werden kann.
Welches war aber die Kraft, die den verschiedenenSchichten der Erde die elliptische Gestalt und die gegen ih-ren Mittelpunkt wachsende Dichte gegeben hat? — Wenn dieMasse, aus welcher die Erde besteht, anfangs vielleicht durchdie Wirkung einer heftigen Hitze, in einem flüssigen Zustandesich befand, so mußten die dichteren Theile derselben sich aller-dings dem Mittelpunkte der Erde nähern, alle Schichten dieelliptische Gestalt annehmen, und so die ganze Erde in Gleich;gewicht setzen. Während der darauf folgenden Verhärtungder Masse konnten jene Schichten ihre Form nur wenig än-dern, und die Oberfläche der Erde mußte die Gestalt anneh-men, welche wir jetzt an ihr erkennen. Aber dieselbe Erschei-nung läßt sich auch noch erklären, wenn man die ganzeMasse der Erde anfänglich homogen im chemischen Sinnedes Wortes, oder in allen ihren Theilen gleich dicht vor-aussetzt, da schon das ungemeine Gewicht der oberen Schich-ten allein durch ihren Druck die Dichte der unteren nachund nach vergrößern mußte. Laplace hat der erste mit Hülfeder Analyse gezeigt, daß man allen hierher gehörenden Er-scheinungen auch Genüge thun kann, wenn man voraussetzt,daß die Erde aus einer einzigen, ursprünglich gleichförmigenMasse entstanden ist.
Da unsere ganze Astronomie auf der Voraussetzung derJnvariabilität der Lage der Erdare und auf der Unverän-derlichkeit der Dauer des Tages beruht, so ist es von der