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scsien beyden Planeten herauszuführen, wenn diese auch nichtschon durch den Mangel an Wasser und Wolken in der At-mosphäre der Venus , und durch die Abwesenheit eines Mon-des hinlänglich begründet märe. Wegen dieser großen Schiefeder Ekliptik von 72 Graden erstreckt sich auf der Venus dieheiße Zone, in welcher die Sonne wenigstens einmahl imJahre im Zcnithe des Beobachters steht, bis auf 18 Gradevon den beyden Polen . Da aber auch einem großen Theiledieser Zone die Sonne im Winter durch mehrere Monathegar nicht aufgeht, so wird man diese Gegenden zugleich zuder kalten Zone zählen müssen, oder beyde Zonen vermischensich auf jenem Planeten, so daß für die gemäßigte beynahenichts übrig bleibt. Selbst in der Mitte der Polarzonen oderin den Polen selbst kann sich die Sonne noch bis zu einerHöhe von 72 Graden erheben, und die Bewohner des Aegua»tors, in der Mitte der heißen Zone, werden im Winter dieSonne nur in der geringen Höhe von 18 Graden über ih-rem Horizonte erblicken, durch welche Erscheinungen in demKlima und den Jahreszeiten jener Planeten Veränderungenerzeugt werden müssen, die den Bewohnern der Erde ganzunbekannt sind.
Wenn die untere Eonjunction in der Nähe der Knotenstatt hat, so sieht man Venus als einen runden schwarzenFlecken auf dem lichten Grunde der Sonncnscheibe von Ostennach Westen vorübergehen. Die Beobachtung eines solchenDurchganges der Venus vor der Sonne gehört zu denwichtigsten und genauesten, aber auch seltensten in der gan-zen Sternkunde, und es wird daher erlaubt seyn, sie hier et-was genauer zu betrachten.
Venus geht zwar alle neunzehn Monathe einmahl zwi-schen Sonne und Erde durch, aber wegen der Neigung ihrerBahn gegen die Ekliptik, und wegen ihrer großen Nähebey der Erde geht sie dann meistens entweder über oder un-