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[Band 3.]
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972
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972 Anfangs · Gruͤnde

Der 1. Zuſatz.

66. Alſo kan das Licht in Farben, und dieFarben koͤnnen wieder in Licht verwandeltwerden: und zwar geſchiehet jenes, wenn dieStrahlen von einander geſondert; dieſesaber, wenn ſie mit einander vermenget wer—den. Denn es entſtehen nicht allezeit Farben,wenn die Strahlen des Lichts durch einengroßen Raum ausgebreitet werden, welchevorhin durch einen kleinen zerſtreuet waren.

Die 1. Anmerckung.

67. Eben dergleichen Farben entſtehen, wennihr den Strahl des Sonnen⸗Lichts L Min ein mitWaſſer gefuͤlltes coniſches Glas EK einfallen laſ-ſet. Und, wenn dieſes in einem verfinſterten Ge-mache geſchiehet, ſo formiret das Licht einen großenzuweilen doppelten Regebogen. Man muß aberdas Glas mit Waſſer, eben wie das geſchliffeneprismatiſche Glas, ſo lange erhoͤhen und erniedrigen,bis die Strahlen unter dem rechten Winckel einfallen.

Die 2. Anmerckung.

68. Weil nicht jede Zerſtreuung der Strahlen Far-ben machet, ſo muthmaßet man nicht ohne Grund,ob nicht die Strahlen des Lichts von verſchiedener Na-tur ſeyn, daß einige rothe, andere gruͤne, noch andertgelbe, andere blaue, noch andere Purpur⸗Farbe ma-chen, als welche Farben man durch die Refraction ei-nig und allein bekommt, durch welche die Strahlendon einander geſondert werden(F. 17), und das kichtaus der Vermiſchung dieſer Strahlen zuſammen ent-ſtehe. Und eben dieſes iſt es, was der ſinnreicheEngellaͤnder aacus Newton in ſeiner Optick durchvielfaͤltige Erfahrungen zu behaupten ſich bemuͤ-het. Er hat nemlich gefunden, daß die Strahlen,welche verſchiedene Farben machen 56gebro-