Band 
[Band 3.]
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1293
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der Aſtronomie. 1293

was moͤglich iſt? haben wir es nicht von Gott?wenn wir alſo einen Welt⸗Bau erſinnen, in welchemſich ohne Wiederſprechen alles das jenige zeigt, waswir in der Welt mit unſern Augen wahrnehmen; ſokoͤnnen wir mit recht ſagen, Gott hat uns ihnſelbſt gelehret, und daher muͤſſen wir uns keines we-ges einbilden, er wolle dieſe Erkenntniß uns ver-borgen ſeyn laſſen.Die 3. Anmerckung.

368. Nun werdet ihr ſagen: Gott koͤnne uns durchdie natuͤrlichen Kraͤfte unſeres Verſtandes nicht et-was anders lehren, als er uns in ſeinem Worte geof-fenbahret hat. In der Bibel aber habe er geſagt,daß die Erde ruhe, und die Sonne ſich alle Tageum ſie herum bewege. Aber lieber: gebet auf GOt-tes Wort wohl acht, damit ihr nicht eure Traͤumemit ihm unvermerkt verknuͤpfet. Wir wollen alſozuerſt uͤber die Regeln der Auslegung der WorteGottes mit einander eins werden, ehe wir unter-ſuchen, was Gott geſagt hat. Ihr gebet mir1) zu, daß Gottes Wort kein leerer Thon iſt,und man daher nothwendig bey demſelben etwasgedencken muß: 2) daß die Worte Gottes geſchicktſind, diejenigen Gedancken in uns zu erregen, welchewir dabey haben ſollen, wenn wir nur nicht durchVorurtheile und Unachſamkeit dieſes hindern. Dennſonſt ware das Wort Gottes uns unverſtaͤndlich,und daher nichts nuͤtze. Hieraus nun folget 3), daßGott entweder ſelbſt den Begriff von denen Woͤrtern,welche er braucht, gegeben haben muß, das iſt,er muß geſagt haben, was ihr für Gedancken da-bey haben ſollet, oder ihr muͤſſet ſchon vorhin einenBegriff davon haben. Denn muͤſſet ihr 4) in demandern Falle keine andern Gedancken bey den Woͤr-tern, welche Gott in der Schrift braucht, fuͤhren,als welche in euch erreget werden, wenn ihr dieDinge gegenwaͤrtig empfindet, von welchen 175

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