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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
Entstehung
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91
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Von dem Zellgewebe. H. 14. 91

Moose und Jungermannien, die Jahre lang trockengelegen, durch wenige Tropfen Wassers gleich wiederaufgeweicht, erfrischt werden und einen Schein desLebens annehmen, der Manchen getäuscht hat, es fürein wirkliches Wiederaufleben zu erklären. Unddoch ist kein sichtbarer Uebergang weder von außen indas Zellgewebe noch von einer Zelle in die andere vor-handen. Auch ist es eben so wenig auf Rechnung derHaarröhrchen als der Lebcnsthätigkeit, die clwan, wieSchubert wähnt, nach einem langen Scheintode,wieder erwachte, zuzuschreiben. Denn jene sind nichtda, und das Leben ist in solchen Moosen unwieder-bringlich erloschen; denn sie sind, wenn sie auch Farbeund Gestalt wieder annehmen, doch nicht im Stande,auch nur die geringste Sprosse, das geringste Blätt-chen zu treiben. Aber gerade* diese Emsaugung, dieuns bey den Moosen so wunderbar erscheint, ist esnicht, die im lebendigen Zellgewebe des ganzen Ge-wächSreiches Statt findet. Die Zellen nehmen im Le-ben nicht, wie die todten Moose, jede Flüssigkeit ohneUnterschied und unverändert auf; die sehr gemischtenstoßen sie zurück; viele eigenthümliche Safte bleibenausschließlich in einzelnen Zellen, ohne durch die Wän-de in andere überzugehen, wie man unter andernschon in den Zellen der Blätter der ^rricleZCnntig.«lidcolor augenscheinlich sieht. (Taf. II. Fig. 8.)

In der That, je genauer wir die Sache untersu-chen, desto dunkler wird sie uns. Unsere Vorfahren

80) Schuber t's Ahndungen einer allg. Gesch. des Le-bens, Th. U- B. i. S. 7.