IOI
Von dem Zellgewebe. H. iz.
des Thierreichs in das Pflanzenreich daß das vitaleDurchschwitzen den Grund der Abscheidungen enthält;denn die Mcerpolypen, die Cavolini untersuchte(Gorgonien, Serrularien, Milleporen und Flüstern)saugen mit ihren Fadenkränzen die Nahrung ein,bringen sie in eine Röhre, durch deren Wände derSaft durchschwitzt, der sich in den ganzen Körper ver-theilt und denselben ernährt. Erst in den Medusenund Rhizvstomen kommen Anhange am Darmkanalvor, die in den Aphroditen und Nereiden, wo sichauch schon Kiemen zeigen, in die blinden Anhangeübergehen und mit der Leber verbunden sind. So wienun in den Zoophyten die Absonderung und Zuberei-tung der Säfte auf dem einfachen galvanischen Pro-ceß des Durchschwitzcns durch die Häute beruht: sowerden wir in den Pflanzen einen ganz ähnlichen Pro-ceß annehmen müssen, wenn gleich die galvanischeKraft sich durch andere Lebenswirkungen nicht äußert.
Daher nun kommt es, daß wir gefärbte, eigen-thümliche Säfte oft in einer oder mehrern Zellen ein-geschlossen bemerken, ohne daß die benachbarten daranTheil nehmen; (Taf. II. Fig. 8.) dagegen auf der an-dern Seite eine allseitige Bewegung der Säfte durchdas Zellgewebe möglich wird, die mechanisch nach demTode oder im widernatürlichen Zustande erfolgen kann.Daher ziehn sich gefärbte Flüssigkeiten unverändert nurin solche Pflanzen hinauf, die man am untern Endeverwundet oder ganz abgeschnitten hat. UnverletzteGewächse hingegen zersetzen die gefärbten Flüssigkeitenund lassen das Pigment zurück. Hier findet ein galva-