' und ihren Abänderungen. H. 25. 161
Natur den Holzfasern die Einsaugungskraft nur in demwidernatürlichen Zustand eines Schnittlings ertheilthabe, und ob nicht in den gewöhnlichen Verhältnissendoch die Rinde das Geschäft der Emsaiigung verrichtenkönne. Cotta war zwar schon diesem Einwurf da,durch begegnet, daß er Weidenstämmchen mit denWurzeln etwas oberwärts das Holz raubte, woraufsie eben so abstarben, als Schnittlinge, denen ergleichfalls das Holz genommen, und sie in gefärbteFlüssigkeit gesetzt hatte. Diesen Versuch wiederholteMeyer mit demselben Erfolge, und schloß nun dar-aus mir Recht, daß die Rinde unter keinerley Umstän-den die Säfte aufführe. Aber die Frage, worauf eshier ankam, blieb unentschieden, ob, was dieSchrau-bcngänge im widernatürlichen Zustande mit farbigenfremdartigen Flüssigkeiten thun, ihnen auch im natür-lichen Zustande zugeschrieben werden könne. Sehrrichtig ist die Bemerkung, daß unversehrte Wurzelnkeine farbige Flüssigkeit einsangen, welche von Linkund mir (schon vor zehn Jahren) bestätigt worden.Cotta's Beobachtung von dem Uebergang der farbi-gen Flüssigkeit in das Zellgewebe der Blätter suchte erdadurch zu berichtigen, daß er diesen Uebergang aufRechnung der Wärme schrieb, ohne welche also der-selbe nicht erfolge. Eine andere Beobachtung Cot-ta's, nach welcher durch horizontale Kanäle der far-bige Saft auch dann den obern Enden der Schnitt-linge mitgetheilt werde, wenn man durch Einkerbun-gen alle senkrechte Saftgänge durchschnitten habe,suchte er dadurch zu berichtigen, daß er spiralförmig