»74 Viert. Kap. Von den Schraubengangen
zur Oxydation des Eisens wirken könne. In diesenSckluß kann ich nicht einstimmen; denn ich sehe dasZellgewebe überall schwarz gefärbt, und muß also aufGegenwart der atmosphärischen Lust im Innern derPflanze schließen.
Wenn wir nun alle verschiedene Meinungen zu-sammen stellen: so folgt daraus zunächst, daß dieSchraubengänge höchst wahrscheinlich keine Säfte imnatürlichen Zustande führen;
daß es noch sehr zweifelhaft ist, ob sie zur Füh-rung der Luft bestimmt sind;
daß durch die bisherigen Versuche dieser Gegen-stand sehr wenig Aufklärung erhalten hat.
Wenn wir dagegen erwägen:daß die niederen Pflanzen keine Schraubengängebesitzen, und daß diese sich allererst bei den Lycopodien,Farccnkräulern und Najaden zeigen;
daß, wo sie im Laube und Stamme fehlen, dochdie höher» Organe der Frucht in den Jungcrmannienund Marchanticn eine ähnliche Bildung zeigen, undselbst bei den Confcrven die spiralförmige Lage der kör-nigen Keimmasse auf etwas Achnliches hindeutet;
daß sie bei den niedern Monokotyledonen ihrerohen Anfänge durch den schnellen Uebergang in Lrep-pengänge und punktirte Gefäße und durch den zerstreue-tcn Stand im Halme und Stamm bewähren;
daß sie in den Wurzelfasern sich nicht, sonder»nur da in der Wurzel zeigen, wo der Trieb nach oben,also den Sieg der höher» Naturkräfte über die niedernstatt findet;