Von der Oberhaut. §. 27. 179
meisten grünen Stellen findet man das Zellgewebe sehrregelmäßig durch Wände geschieden und eigene Orga-ne in demselben, die wir überhaupt Spaltöffnun-gen nennen wollen, ehe wir ihre Funktion genauerbetrachten. Und endlich findet man ln der Blüthe undauf den Befruchtungskheilen die lockerste und zartesteBeschaffenheit der Oberhaut, wo sich das Zellgewebebald in lockern Wärzchen, bald in weichen Haaren er-hebt, wie wir hernach noch weiter sehen werden.
Die Oberhaut läßt sich von dem grünen Paren-chym gewöhnlich leicht abstreifen; doch sitzt sie auchoft so fest daran, daß erst die Maceration sie davonlostrennen kann. Denn sie widersteht der Fäulniß unddem Zerreißen weit mehr, als das darunter liegendeParenchym.
Wir haben schon oben (§. iz.) die Gründe an-gegeben, welche uns berechtigen, das Netz von Fa-sern in der Oberhaut für Zwischenwände des Zellgewe-bes zu halten, und ihre Gefäß-Natur gänzlich zu läug-nen, welche Comparetti und Hedwig aus Vor-urtheil am strengsten behaupteten. Doch gab schonGrew zu diesem Irrthum Gelegenheit, da er parcn-chymatöse und holzige Fibern in der Oberhaut derBlätter annahm. 24) Auch Hales und Hill spre-chen von Gefäßen der Oberhaut, ohne sie jedoch näherzu beschreiben. Man hat größtentheils sich durch daSAdernetz in der Substanz der Blätter, welches die far-
12 *
84 ) I.. e. x.