Von der Oberhaut. Z. 29.' ,97
ter und fleckige Stellen derselben, die kein Sauerstoff-gas geben, dennoch vollkommene Spaltöffnungen be-sitzen. 8)
Auch ist merkwürdig, daß gerade die saftigenPflanzen, deren Schcaubengänge in zerstreuten Bün-deln stehen oder bandförmig gewundene Wände haben,mit sehr großen Spaltöffnungen versehen sind, welcheviereckigt bey den Aloe, artigen Pflanzen sind. Wirwissen aber, daß diese Gewächse weniger Nahrungdurch die Wurzel anziehen, als durch die Oberfläche.Sie wachsen zum Theil, wie Humboldt schon be-merkt, in den dürresten Gegenden, wo der immermangelnde Regen durch den sehr starken Thau ersetztwird. Der Thau aber kann nicht in die Erde dringen,um die Wurzel zu befeuchten, sondern er schlagt sichnur auf die Blätter nieder. Aus diesen und andernGründen traten ich und Krocker schon vor zehn Jah-ren der Humboldt'schen Meinung bey.*)
Rud 0 lphi vermehrte diese Gründe noch mit ei-nigen , die indessen nicht allgemein überzeugende Krafthaben.Blätter, sagt er, die sehr gewürzhafteSäfte besitzen , haben sehr kleine Poren, und diese nucauf einer Seite, damit nicht jene Säfte verwässertwerden. Wasser-Pflanzen haben keine, weil sie schonmit Flüssigkeiten umgeben sind. Diese geben im Son-nenlicht viel Sauerstoffgas, woraus er schließt, daß
8) Einleitung zu Jngeahouß über Ernährung derPflanzen, S. 24.
9 ) Anleit. i.S. iry.
Iv) «. a. O.E. lor. ß.