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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
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202
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Fünftes Kapitel.

Blattfiäche, die nach Bonnet's Versuchen haupt-sächlich einsauge, immer mehr behaart sey, als dieobere.'')

Schrank läugnete nicht, daß eigenthümlicheSafte durch die Haare fortgehen; aber dies seyen nursolche, die an ihrem Ende erweitert seyn. Die ge-wöhnlichen kegelförmigen Haare seyen vielmehr zur Ein-saugung bestimmt, da eben durch den kegelförmigenBau dem Forttriebe der Säfte zu viel Hindernisse ent-gegen gesetzt würden, welches er noch dazu geometrischzu erweisen sucht. Man solle sich durch die Aehnlich-keit mit den Gefäßen des thierischen Körpers nicht ver-leiten lassen; denn diese bekommen einen Antrieb vomHerzen aus, welcher den Pflanzen fehle. Die ganzeLebenskraft der Pflanze bestehe in der „ausdehnen-den Kraft der feinen Gährung, in der Säugekcaft„des Zellgewebes und in den atmosphärischen Verän-derungen der Temperatur." Daher lasse sich die Aus-dünstung, als Funktion der Haare, nicht gedenken:sondern es bleibe bey der Einsaugung, welche auch da-durch bestätigt werde, daß Pflanzen auf dürrem Bodenbehaarter seyn, weil sie dort mehr Organe bedürfen,um die mangelnde Nahrung einzuziehen.

Diese Gründe lassen sich zum Theil widerlegen.Die Mechanik kann uns die lebendige Fortbewegungder Säfte nicht befriedigend erklären, und die Lebens-kraft der Gewächse ist unläugbar über den Kräften dertodten Materie erhaben. Nicht bloß becherförmig am

21) ?ti) s>kjus <les srbre», rot. i. p. i 8 Z-

2r) Von den Nebengefäßcn der Pflanze». S.76. f.