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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
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204
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204 Fünftes Kapitel.

sollen: so ist nicht abzusehen, wie zwey so verschiedengebildete Organe eine und dieselbe Verrichtung haben,und sich oft (z. B. bey Ilrapsus,

(üineraria maritime, ?lrloini8 lruticosa) bey«sammen finden können. Auch bemerkt man die Haarevorzugsweise auf den Blattrippen, und es ist ausDonnet's Versuchen erwiesen, daß die Einsaugungvorzüglich in dem Parencbym zwischen den Rippenund Adern des Blatts, nicht aber durch die letztem,erfolge.

Wenn ich dies alles zusammen nehme: so bleibtes mir unzweifelhaft, daß die Haare an der Oberflacheder Pflanzen vielmehr zur Ausdünstung bestimmt sind.An den Wurzeln aber sind sie offenbar EinsaugungSrWerkzeuge, obgleich sie auch hier zuerst durch einenTrieb nach außen erzeugt wurden, und nachmals dieAusleerung der Säfte zum Theil mit bewirken, wie beyder Betrachtung der Wurzeln noch näher gelehrt wer«den soll. Auf dem Stigma sondern sie zwar öhlichteFlüssigkeit ab; aber sie nehmen den befruchtendenStaub doch auch in sich auf. Und, warum sollte eineumgekehrte Deweguug der Säfte nicht in den HaarenStatt finden können, da sie Fortsetzungen des Zellge-webes sind, in welchem eine allseitige Bewegung derSäfte unstreitig erfolgt?

Daß endlich die Haare und wolligen Ueberzüge,alS schlechte Wärmeleiter, dazu dienen, der Einwir-kung der Kälte zu widerstehen, und, wie bey den Thie-ren, die elektrischen Stoffe einzuhauchen, mag Niemandläugnen, wer nur das häufige Vorkommen der Haare