LHL Sechstes Kapitel.
Wo der Sauerstoff der Atmosphäre nicht auf denHumus wirken kann, da bleibt entweder reine Kohleübrig, oder es bilden sich durch Verbindung des Koh-len- und Wasserstoffs Oehle, Pech und Erdharz, diemit den Mineralsauren der Gebirgsarten und mitSchwefel sich in dem Torf und der sauren Wicscncrdefinden. Die frisch rijolte Erde ist desto unfruchtbarer,je tiefer sie herauf gebracht ist, weil sie reinen unauf-löslichen Kohlenstoff enthält. Erst, wenn sie eine Zeitlang an der Atmosphäre gelegen, bewirkt der Sauer-stoff der letztem, mit Beyhülfe des Lichts, die.Ent-stehung der Kohlensäure, zu deren freyer Erzeugungauch wahrscheinlich der Stickstoff des Humus und derAtmosphäre vieles beiträgt. Der Kalk- und Thonge-hait des Bodens, noch mehr die Verbindung beiderim Mergel, bewirken vorzüglich diesen Einfluß desStickstoffs auf die Entbindung der Kohlensäure. Hum-boldt fand, 6') daß kohlenstoffhaltiger Thon in iZTagen das Volum der Atmosphäre um 54 Theile ver-minderte, daß der Gehalt an Sauerstoff sich im Ver-hältniß wie 852: 8i verringert, das Verhältniß dcSStickgas aber sich, wie ioz: 207, und des kohlensau-ren Gas, wie 45: 172 vermehrt hatte.
Diese beständige Erzeugung der Kohlensäure mitdem Stickstoff im Humus und den demselben beigemisch-ten Erdarten, Kalk, Thon und Mergel, macht de-vot. Hl. p. 160.) Vcrgl. auch Jngenhouß über dieErnährung der Pflanzen, S. 7«. und Cthaxtal.
(kkern. >1« t'insk. nsrion. vot. I. p. 2gg->
6v)Hermbstidts Archiv der Agrieultur-Chemie, I.2ZS.