Z64 Sechstes Kapitel.
säure anhängende Kohlenstoff geraubt, und der Was-serstoff hervorgerufen, ohne dessen vorwaltenden An-theil kein Aether entstehen kann. Denn, nach Saus-sure's des jünger» Untersuchung, besteht der Al-kohol auS 4z Theilen Kohlen-, Z7 Theilen Sauer-,14 Theilen Wasser - und z Theilen Stickstoff; derSchwefel - Archer aber aus 59 Theilen Kohlen-, 19Theilen Sauer- und 22 Theilen Wasserstoff. DieseBestandtheile sind indessen gewiß im Essig-Aether inandern Verhältnissen, da er sich durch seinen angeneh-men Geruch und milden Geschmack vor andern Aether-arten auszeichnet. Dies ist auch vermuthlich derGrund davon, warum die meisten Pflanzensäuren, bei-der Destillation mit Mineralsäuren, in Essigsäure ver-wandelt werten, und warum dagegen so viel Salpe-tersäure nöthig ist, um aus Zucker die Saucrkleesäurehervor zu locken. Jene näml.ch enthält noch den Ue-berschuß an Kohlenstoff der Pflanzcnsubstanz, diesehingegen den geringsten Antheil. Beide machen also,nach G a y - L ussa c und Thenard, die beiden äu-ßersten Gränzen in der Reihe der Pflanzensäuren aus.Die Schwefelsäure, die man mit Sauerklee - undWeinfteinsäure gekocht oder destillirt hat, wird, nach-dem sich die Verwandlung der letzter» in Essigsäure ge-bildet hat, zu fchwefeliger, also mehr carbonisirterSäure; auch bildet sich dabey kohlensaures Gas. Nachden Aussagen einiger Chemiker sollen die Mineralsäu-ren überhaupt die Verwandlung der Pflanzensäuren inEssigsäure bewirken, welches denn durch Oxydation,wenigstens wenn man Salpetersäure anwendet, gc-