Erscheinungen d. Pffanzensebens. §.56°. 29z
Mechanische Bewegungen und Veränderungenfind aus dein Bau der Theile, aus ihrer Schwere, ihrrein Zusammenhang, ihrer Schnellkraft erklärbar.Man har hin und wieder sich damit allein zu befriedi-gen gewußt. In ältern Zeiten, besonders, als dieCartesische Philosophie noch auf den Schulen herrsch-te, glaubte man am sichersten zu gehn, wenn man bei-de Dorstcllungsarten vereinigte, und Gährung sowohlals Schnellkraft der feinsten Fasern, Vcrdl'ionung derSäfte durch Wärme und durch einen willkürlich ange-nommenen Lcbensgeist der Erdfeuchtigkcit zu Hülfe rief.So war der auch als medicinischer Schwärmer bekannteRitter Kcnelm Digby ('s 1665.) vielleicht der erste,der aus der Gährung, die die Erdfeuchtigkeit im kei-menden Saamenkorn und in den Wurzeln erleide, undaus der Basis der Salpeterluft (dem Sauerstoff) alsder wahren Lebensnahrung, das Aufsteigen der Säftezu erklären suchte. '*) Ein Beyspiel, wie spitzfindigund willkürlich die CorpuScular - Philosophen jenerZeit die Erscheinungen der Natur erklärten, giebt Henr.Regius (Cartesischcr Professor zu Utrecht 1679 )indem er das Zusammenfallen der Blätter der Mimo-sen aus dem Herausfahren der elastischen Lebenslustdurch die mit Klappen versehenen Gänge erklärt unddiese willkührlich angenommenen Theile selbst durch Fi-guren erläutert.'?)
Grob mechanisch ist Borelli's Erklärung desAufsteigens der Säfte und des Wachsthums, indem
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