Erscheinungen d. Pflanzenlebens. H. 297
beruhigt sich damit, ein beständiges Schwanken, alsden Grund der Bewegungen der Säfte anzunehmen.Doch werden wir sehn, daß er in einer spätern Schriftdie Reizbarkeit der Pflanzen darzuthun sucht. Mu-skel erklärt sehr weitläufig, wie dw Sonnenwärmedie Mündungen der Gefäße ausdehne, wie die Säftedahin aufsteigen, wo sie den wenigsten Widerstand fin-den, wie die saugende und anziehende Kraft der Haar-röhrchen zur Erklärung des Aufsteigens der Säfte hin-reiche, und, bey Abwesenheit des Lichts und der War-me, die Gefäße der Wurzel nun wieder herabzichn,was die Oeffnungen der Blätter, in Thau gebadet,ansaugen.
Auf ähnliche Art erklärt Al. Hunter das Auf-und Absteigen der Säfte ganz mechanisch. Die Son-nenwärme, sagt er, erweitert die Schraubcngänge,die er für Luftgcfäße nimmt; diese drücken auf die be-nachbarten Saftgange, und so wird der Saft aufwärtsgetrieben. Wenn nun die Luft kühler wird: so ziehnsich die Schraubcngänge zusammen, die Saftgänge er-weitern sich, der Saft sinkt herab, die Haargefäße derBlätter werden leer, öffnen sich, und saugen die Lust-dünste cin:^) Eine Erklärung, die schon auf unsereTreibhauspflanzen nicht anwendbar ist, welche immerin der gleichen Temperatur stehn, und oft mitten imWinter blühn, wenn ihre Zeit dazu da ist.
27) 6onren>s>b>r. äs Is nsk. I'. X. p.
28) Irrile <1s ls veze'r. lom. 2. p. >6z. i.2g) Oeoi^'icrl c»ss)», vol. I. p. 170.