Buch 
Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
Entstehung
Seite
334
JPEG-Download
 

354

Siebentes Kapitel.

am hellen Tage, oft nicht die geringste Aenderung inder Stellung der Blätter bemerkt. Und Zinn bemerk-te schon, daß die Blätter des Oesrnautlius vir^L-rus, den man am Tage in einen Keller gebracht, dochauch dort bis zur gewöhnlichen Zeit offen blieben.")

Ritters Versuche mit den prismatische» Farbenhaben mir nicht gelingen wollen. Er will bemerkt haben,daß im blauen und violetten Strahl die ausgebreitetenBlatter der klünosn, sich um ein Drittheil oder umdie Hälfte geschlossen, daß sie aber im gelben und ro-then Strahl geöffnet geblieben oder sich wieder ausge-breitet haben. Der violette Strahl hatte also wie starkesSonnenlicht selbst, der rothe wie mäßiges gewirkt.")

Wenn das Oeffnen und Schließen der gefieder-ten Blätter mit der Stärke des Sonnenlichts in be-ständigem Verhältniß stände: so würde es nicht soäußerst bestimmt sich nach der Tageszeit richten, indemmanche Pflanzen im Sommer erst um 6 oder 7 Uhr ihreBlätter öffnen, wenn es doch vorher schon viel Hellergewesen, als an manchen trüben Wintertagen um 12Uhr. Sie schließen sich oft schon Abends um 5 Uhr,wo im Sommer die Helligkeit fast gar nicht abgenom-men hat. Ja, was noch mehr ist: empfindliche, jungePflanzen schließen ihre Blätter auch bey zu HellemLichte, und öffnen sie erst wieder, wenn das Licht et-was weniger blendend ist. Ritter fand ebenfalls,daß die Blätter der lVlünosa xuchlca, bey völliger

qz) Hamb . Magaz. XXII. 40 .

44) Gehlen'- 2»urnal, B. VI. S. 472 .' 473 .