Siebentes Kapitel,
Z4o
Diese physischen Wirkungen der Wärme zeigensich auch in der Pflanzenwelt. Die Warme befördertgewiß das Aufsteigen der Säfte, entwickelt aus ihnendie eigenthümlichen Pflanzenstoffe, und wird durch denUebergang elastischer Flüssigkeiten in tropfbare, unddieser in feste Theile eben so vermehrt, als sie durchdie Ausdünstung der Pflanzen vermindert wird. Wiedadurch eine gleiche Temperatur in den Gewächsen er-halten wird, soll noch in derFolge bemerkt werden.
Auch die gänzliche Entziehung der Wärme, oderder Frost, wirkt zum Theil auf physische Art. Daßdie Säfte der Pflanzen wirklich zu Eis gefrieren, daßbeym schnellen Aufthauen die Gefäße zersprengt unddie Säfte zersetzt werden, lehrt eine alltägliche Beo-bachtung. Der Frost schadet immer mehr in denNiederungen, wo die Pflanzen mehr wasserichte Theilehaben, auch mehr ausdünsten, als in hohen und trock-nen Gegenden. Je schneller die Sonne auf gefrornePflanzen wirkt, desto eher sterben sie ab, weil Aus-dünstung, Verderbniß, Zersprengen eher folgen. Da-her schützt man die Weinstöcke vor den Frühlingsfrö-sten durch Rauch, wie Olivier de Serres, ")Hbgström^) und Müller '?) (Löhr) rathen, weilder Rauch theils die Temperatur erhöht, theils dieSonnenstrahlen abhält. Wie sehr die verstärkte Aus-dünstung das Erfrieren begünstigt, sieht man auchdaraus, daß entlaubte Bäume, bey frühen Herbfrör
AH) Iksälre «l'-AricuIrure. r6zg. 4. Oeoive.
Aü) 8veu«!i scr<l. Hanät. »767. p. 6g.
5 ?) Teutschlands Weinbau, S. >8g.