Erscheinungen d. Pflanzenleöens. H. 6z. 341
sten weniger erfrieren, als belaubte. Stromer be-merkte, daß der kalte Winter 1709 allein die Maul-beerbäume verschonte. Ja Forsyth räth sogar,die welken Blätter der Pfirsichbäume mit einem wei-chen Borsrwisch abzukehren, wenn man den nachtheili,ge» Einfluß des Frostes verhindern will. ")
Wie physisch die Wirkungen des Frostes sind, lehrtauch die alltägliche Bemerkung, daß Baume mit har-zigen Säften viel weniger erfrieren, als andere, unddaß die jüngsten zartesten Triebe, die die meisten wäs-serichten Säfte enthalten, dem Erfrieren am ehestenausgesetzt sind. Man hat sogar Frostableiter er-dacht, deren erste Erwähnung in einem übrigens un-brauchbaren Buche vorkommt. ^°) Man dreht näm-lich aus Stroh oder Hanf Seile, knüpft sie an die zuschützenden Bäume und läßt die Enden der Seile in einfrey stehendes Gefäß mit Wasser hängen, so daß dieEnden immer unter Wasser bleiben. Es ist merkwür-dig und in der That unerktärbar, daß, wenn es friert,nicht allein die Bäume ganz geschützt bleiben, sondernauch das Wasser in den Gefäßen weit stärker friert,als in andern. Dienende rg fand das Eis inden Gefäßen, worin die Frostableiter hingen, von derStärke eines Fingers, da es in andern Gefäßen kaumdie Dicke eines Strohhalms hatte. Die Erfahrung