Erscheinungen d.'Pflanzenlebens. §. 64. gzz
Bey dem Uebergang des flüssigen in den festenZustand entbindet sich, wir wir oben sahen, freyeWärme. Allein in den Bäumen erfolgt dieser Ueber-gang im Winter so langsam und »»merklich, daß nurein sehr geringer Grad von Warme sich dadurch erzeu-gen kann, wenigstens nie so viel, als Salomv an-nimmt.
Wir müssen nun noch die seltenen Beyspiele be-rühren, wo sich in den Pflanzen empfindbare Wärme,und ein höherer Grad derselben als in der Atmosphäre,erzeugte. Lamacck bemerkte zuerst im Jahr r 777in den Blüthenkolben des ^.ririn Itmlieum, wenn sichdieselben entfalten wollten, eine starke Hitze, derenGrad er aber nicht genauer bestimmt, und die auch baldwieder vorüber ging. 8') Senebier bestimmte dieseErscheinung genauer. Er fand, daß die Blüthenkol-ben sich dann erhitzten, wenn sie aus der Scheide her-vortraten, daß diese Hitze gewöhnlich von drey bisacht Uhr Nachmittags merklich zunahm. Wenn dieTemperatur der Luft ög^Fahr. war: so stieg dieWarme des Blüthenkolbens auf 79" — 8c>^ Fahr.Aehnliche Beobachtungen findet man in Bory S.Vincents Reise aufgezeichnet. Der Besitzer einerPflanzung auf der Insel Bourbon, Hubert, bemerk-te nämlich, daß die Blüthenkolben einer neuen ArtArum, die Bory eoreliloliuin nennt, beym Auf-gang der Sonne sich so erhitzten, daß das Thermome-ter von 740 Fahr. bis auf iZ4° stieg. Eine Vier-
8Z) k^ncvclosi. melk. vol. III. p. g.
84) k!>v«>ol. ve'xe'i. vol. Ill, p. ZI4- ZiF.
2Z