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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
Entstehung
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378
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Z78

Achtes Kapitel.

Alle- nun, was den Trieb nach oben befördert,muß den Seitentrieb der Zwiebeln und Knollen-schwä,chen, und umgekehrt. Wir sahen in dem letzten helf»sen Sommer die Kartoffeln ungemein kräftig ins Laubschießen und überall Sprossen und Ranken treiben, aberdesto weniger Brüt setzten sie an. Nur, da im Spät,sommer kühlere und feuchtere Tage eintraten, fing derSeitentrieb an und brachte, besonders in sandigemErdreich, noch eine ziemliche Kartoffel Aernte hervor.Alle fremde Zwiebel, und Knollen-Gewächse, die nochjung sind, treiben Blätter, aber nicht eher Blüthen,als bis sie sich durch Brüt hinreichend vermehrt haben,bis die nöthige Wärme und fruchtbarer Boden denTrieb nach oben befördern.

Die junge Brüt nun pflegt so lange durch Der,langerung des Mutterkörpers mit dem letztem zusam-men zu hängen, und aus ihm ihre Nahrung zu ziehn,als sie noch keine Wurzeln geschlagen. So bald diesgeschehn ist, ernährt sie sich selbst, und bedarf nichtmehr der mütterlichen Pflege. Es ist auch kein beson-derer Unterschied zwischen Zwiebeln und Knollen in die-ser Rücksicht; beide pflegen dies auf gleiche Weise zuthun.

Aus diesem Grunde pflegt man, so bald ein Zwie-bel- oder Knollen-Gewächs abgeblüht hat, mit demDegießen inne zu halten, oder die Zwiebel wol auchganz trocken zu legen, wenn die Blätter gelb werden,damit die innere, »»merkliche Saflbewegung, welchezum Seitentriebe nothwendig ist, durch nichts gestörtwerde. Daher kommt es auch, daß man das Reifen