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Neuntes Kapitel.
nicht oder schwach von Starren geht, ertragen dasSchalen weniger, als solche, die an sich dichtes Holzhabe», wo daher die äußern Holzringe eine Zeitlangdie Steile der Rinde vertreten können. Eichen undPflaumenbäume vertragen das Schalen besser, alsPappeln und Linden. Die Zeit des Schälens kommtauch in Betracht. Wird ein Baum im Frühling ge-schält, nachdem der Splint seine vollkommene Reifeerlangt hat: so steht der Baum länger und das Holzwird tauglicher, als wenn man ihn im Herbste schält,wo der junge Splint, von den Frösten beschädigt, gar«licht zur Reise kommen kann.
Um die Geschäfte der Rinde und ihre Beziehungauf die Oekonomie der Baume aufzuklären, nimmtman auch auf die Gärtnerkünste Rücksicht, unter wel-chen daß Anrbhrcn (grelsier en llüw) eigentlichhicher gehört. Die Rinde eines edlen Zweiges wirdin der Länge, daß zwey Augen daran sitzen, ringsumher behutsam losgeschalt, und dieser breite Ringauf den Zweig eines Wildlings von gleicher Stärke,dem man vorher auf gleiche Länge die Rinde geraubthat, aufgestreift. Geschieht die Operation im Früh-ling und vorsichtig, so daß die Seele der Knospe drinbleibt: so schlagen die edlen Augen an. Es erzeugtsich offenbar neuer Splint und die Augen wurzeln sichendlich in die drunter stehn gebliebenen Rindenlagenein. Jetzt entsteht die Frage: erzeugt die aufgesetzteRinde den neuen Splint, oder wird dieser durch den
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