Von dem Stamm. §. 77. 421
Splint des Wildlings hervorgebracht? . . Es mußwohl das erste angenommen werden; denn die Augentreiben ja edle und nicht wilde Zweige. Du Hamel,der auch davon überzeugt war, suchte es noch dadurchzu beweisen, daß er Rindcnstücke von jungen Ulmenabstreifte und sogleich wieder auflegte, worauf sichdann neuer Splint bildete, der ihm nicht mit demdrunter gelegenen Splint in genauerm Zusammenhangzu stehn schien. Knight wiederholte diesen Ver-such mit der Rinde von wilden Apfelbäumen, welcheer auf abgeschälte Zweige eines edlen Apfelbaums auf-setzte. Der verschiedene Bau des Splints bey edlenund wilden Apfelbäumcn ließ vermuthen^ daß manhier die Frage am besten entscheiden könne. Alleiner fand, daß der neu erzeugte Splint sich durch nichtsvon dem übrigen Splint des edlen Apfelbaums unter-schied, also nicht durch die Rinde erzeugt schien.^)Indexen sind Liese Versuche nicht entscheidend genug,da erst noch zu untersuchen ist, ob die Rinde, ohneKnospen, überhaupt ihre Verrichtung immer unver-ändert fortsetzt, wenn man sie auf den Zweig eines an-dern Baums aufgestreift hat; mit den Knospen thutsie es freylich, aber dann hat man auch nicht die Rin-de allein, sondern Holzfasern mit eingesetzt.
Endlich muß ich bemerken, daß, so sehr Rindeund Bast, auch Rinde und Holz mit einander zusammenfließen, sie doch ursprünglich im Gegensatz stehn, derschon daraus klar ist, daß die Rinde zcllig, der Bast
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