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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
Entstehung
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458
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Neuntes Kapitel.

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Kreise, wo härtere Ringe mit weicheren abwechseln.In den letztere, scheint mehr Parenchym zu seyn, inden erstere, mehr Gesäße; aber im Grunde ist derBau durchaus übereinstimmend. Nur die durchsetzen-den Strahlengänge erscheinen in den Zwischenräumenbloß '.ellig, in den festen Stellen ganz verholzt; dieBas,röhren, Treppen: und punktirten Gefäße sind inden lctzrern ebenfalls völlig verharret. Es ist also ei-gentlich ein Wechsel von Splint und Holz, den wir inden meisten Bäumen, auch aus wärmern Gegenden,wenigstens im Mahoganyholz, bemerken; doch nie inPalmen, wie schon oben (§. 76.) angegeben worden.Selbst die Zoophytcn, Gorgonien und Isis-Arten zei-gen diese Jahrringe in ihrem hornartigen oder steini-gen Kern. L>e Entstehung dieser Ringe muß man sichkürzlich auf folgende Art denken. Das Pflanzenlcbenbeobachtet, wie das Leben aller Organismen, gewissePerioden. Nicht alle Funktionen gehn unaufhörlichgleichmäßig von Statten, sondern einige wirken leb-hafter, wenn andere ruhen. So ist es mit dem Auf-steigen der Säfte, dem Ansetzen des Splints und demZeitigen desselben zu Holz. In den gemäßigten. Erd-strichen steigt der Saft vom Ende Februars an in denBäumen auf; die Knospen entwickeln sich und die Blät-ter brechen zu Anfang Aprils aus; durch die Einsau-gung der Luftstoffe vermittelst der Blätter wird der ansich rohe Pflanzensaft, je höher er steigt, desto mehrcarbonisirt und fähig, Bildungssaft zu werden. DerUeberfluß schwitzt in den Zwischenraum zwischen Bastund Splint, und verstärkt beide Theile durch neue La-