Neuntes Kapitel.
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ansetzen. Worauf ich antworte: die Warme ist zwareiner der mächtigsten Reize für die organische Welt,allein die letztere gehorcht, abgesehn von allen äußernUrsachen, einem innern Gesetze, welches periodischeWirkungen hervordringt. Daher sehn wir, daß auchtropische Bäume zu bestimmten Zeiten ihre Blätter ab-werfen, zu bestimmten Zeiten blühn und Früchte an-setzen. Wie anders, als daß sie auch abwechselndbald stärker bald schwächer die Safte auftreiben?
Es ist aber ein Unterschied der Hölzer in Rücksichtder Jahrringe. Manche haben sehr dichte und feine,wie Eiben, Nußbaum und Birnbaum; andere, sehrweit aus einander stehende, wie Kiefern und Tannen.Bey einigen, besonders beym schwarzen Ebenholz,auch beym Eschen-und Ellernholz, sind sie oft garnicht zu bemerken, weil kein bedeutender Unterschiedzwischen Sommer- und Wintertrieb statt findet, oder,wenn dieser auch da ist, weil die Anziehung des car-bonisirten und hydrogenisirten Bildungssaftes fast inallen Jahrszeiten gleichmäßig erfolgt.
Aus dem Gesagten ergiedt sich, daß ein Ringsich um den andern legt, nicht aber sich in den älterneinschickt. Fester ist das Holz nach dem Kern zu,weicher und also jünger nach dem Umfange. Dies hat,außer Link, noch Niemand geläugnet, und ohne denScharfsinn dieses gründlichen Naturforschers hättedie gegenseitige Meinung nie Beyfall finden mögen.So aber verdient sie genauer geprüft zu werden. Manvergleiche Taf. V. Fig. 21. mit Fig. 22., und Taf. XI.Fig. 55. mit Taf. XII. Fig. 57. Jene stellen jün-