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Kurt Sprengel... Von dem Bau und der Natur der Gewächse
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Elftes Kapitel.

und polarische Luftstoffe angezogen werden. Denn einealltägliche Erfahrung überzeugt uns von der Noth-wendigkeit der Blatter zur Vollendung der Vegetationund zur Hervorbringung der Früchte. Es giebt blatt-lose Pflanzen, aber bey diesen vertritt die grüne Ober-fläche der Theile die Stelle der Blätter; oder diese zei-gen sich bey ihnen in derZugend, wo sie nothwendigerzur Erhöhung der Thätigkeit sind, und fallen nachherab. (6aetrr8 Opunüa und I'eirescia.)

Die Blätter sind Ausbreitungen des Holzkörpers,also der Schraubengänge, der Saftröhren und desParenchyms. Diese Formen vertheilen sich in ihnenso mannigfaltig, daß in manchen Blättern kaum einFleck ist, wo man nicht alle drey Formen anträfe.

Je unvollkommner indessen die Pflanze, desto einfacherund unvollkommner ist auch das Blatt. Die Blätterder Jungermannicn und Moose sind kaum etwas an-ders, als die einfachsten zeitigen Flächen, nicht ein-mahl immer mit einem Bündel von Saftröhrcn durch-zogen. Die Farrcnkräutcr dagegen, deren ganzes Stre-ben auf die Ausbildung des Blatts geht, deren Stammselbst blattartig wird, haben ein reiches Netz vonSaftröhreu und Schraubcngängen, u»d theilen sichmannigfaltig, um dem Licht und der Luft eine destogrößere Fläche darbieten zu können. Die reiche Aus-breitung der Blattfläche und das allseitige Hervortre-

66) Dies ist auch der Grund davon, daß das Blatt keineReproductionskrast hat. (Meyer naturgetr. Darst.-zs.)