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Von den Blättern. H. 88.
§. 8 «.
Ausschlagen und Abfallen der Blätter.
Die Unabhängigkeit der Lebens - Erscheinungenbey den Pflanzen von äußern zufälligen Umständen,und der standhafte Einfluß der Naturgesetze, die perriodisch wirken, ist nirgends auffallender, als bey denErscheinungen des Ausschlagens und Abfallens derBlätter. Nicht dieselbe Temperatur, Feuchtigkeit oderandere Beschaffenheit der Luft erzeugt das Ausschla-gen und Abfallen; sondern dies erfolgt, bey gleicherTemperatur und Nahrung, in bestimmten Perio-den, nach der verschiedenen Natur der Gewächse«Die Tamarinde verliert in unsern Treibhäusern, wosie beständig gleiche Wärme und Nahrung genießt,zweymahl im Jahre, ^.clnnsonia «äigltntn, undviele andere tropische Pflanzen einmahl ihr Laub, underhalten es wieder. Andere behalten es beständig,nicht bloß, deren Vaterland ein warmer Himmelsstrichist, sondern auch die Nadelhölzer, der Hartriegel,das Wintergrün, der Epheu unseres Klima's. Daßdie Wärme nicht die einzige Ursache des Ausschlagensder Blätter ist, sieht man daraus, weil die Loniceren,die Stachelbeerbüsche und der Hvllunder bey uns sofrüh Blätter treiben, i>aß eine Temperatur von kaum50° Fahr. hinreicht, wohingegen andere Bäume, wiedie Eichen und Acacien, die größte Wäeme des Früh-lings vorüber gehn lassen und erst im Anfang deSEommers ausschlagen.
Wie eigentlich die Entwickelung der Blatter ausden Knospen geschehe, das hat uns Senebier zuerst
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